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Sigma 24mm Art Review + Wie du dein 24mm Objektiv richtig rockst

written by Lichtrebell 30. März 2017
Sigma 24mm Art Review - Test

Sigma 24mm Art Review + Wie du dein 24mm Objektiv richtig rockst

Ich habe neulich mit meinem Sigma 24mm Art herumexperimentiert.

Ich suchte den Punkt, wo es seinen „Sweetspot“ für People und Stillleben hat.

Meine Erkenntnisse dazu möchte ich in diesem Beitrag mit dir teilen.

Wenn du schon ein 24/1.4 Objektiv dein Eigen nennst, ist dieser Beitrag sicher auch eine gute Inspirationsquelle für dich.

Und da ich es dir anhand vieler Beispiele des Sigma 24mm 1.4 DG HSM | Art zeige und auch einige Erfahrungen zum Sigma loswerden möchte, ist das wohl auch eine Form von Review. 🙂

 

Der „Sweetspot“ bei People

Um den Sweetspot in einer einfachen Einheit darzustellen, habe ich auf den Aufnahmeabstand geachtet.

Ich habe festgestellt, dass bei der People und Reportage Fotografie, der Sweetspot zwischen 0,8 m ~ 1 m Aufnahmeabstand liegt. Das Resultat von 24/1.4 und einem solchen Aufnahmeabstand ist eine formatfüllende Abbildung der Person(en), ohne die Gliedmaßen oder Gesichter zu verzerren.

In Bildern sieht das so aus:

(Ein Klick auf die Bilder stellt sie in besserer Qualität dar)

0,85 m bis zur Fokusebene – F/1.4

1 m bis zur Fokusebene – F/1.4Sigma 24mm Art Review - 90 cm Entfernung

0,40 m bis zur Fokusebene – F/1.4

Bei Kleinkindern kann man noch locker so nah ran, man muss nur darauf achten, dass die Fläche des Gesichts und die der Gliedmaßen möglichst parallel zur Kamera verlaufen.Ein Aufnahmeabstand von 0,60 m ergibt ein Foto wie das obige, bei einer erwachsenen Person.

1,20 m bis zur Fokusebene – F/1.4

Und ein weiteres mit 1,60cm Abstand – F/1.4 (Ab hier lässt die Wirkung der Freistellung etwas nach.)

Aufnahmeabstand erklärt

Der Aufnahmeabstand ist die Entfernung zwischen Kamerasensor und Fokusebene.

Bei der absoluten Naheinstellgrenze von 25 cm ist unsere Frontlinse nur 12 cm vom Motiv entfernt!

Du musst jetzt auch nicht ständig nachmessen bzw. auf die AF-Skala deines Objektivs schauen.

Das machen wir ein paar Mal und dann haben wir’s im Blut.

 

Der „Sweetspot“ bei Stillleben

Damit Bilder von Stillleben wirken, muss ich möglichst nah ran.

In greifbarer Nähe von 0,30 – 0,50 m, kommt sowas bei raus:

 

Solange man das Bild mit einem Hauptmotiv füllen kann, wirken sie auch bei größeren Abständen von 1 – 1,5 Metern ganz gut:

 

Sigma 24mm Art – Autofokus

Bevor ich das Sigma 24mm Art reviewe, habe ich es auf meine Kamera mit Hilfe des Sigma USB-Dock feinjustiert.

Meine Erfahrung mit dem richtig justierten Sigma 24mm Art resultiert aus:

  • Schwierige Belichtungssituationen auf diversen Hochzeiten
  • Bei Allgemeinen Situationen wie Stillleben etc.
  • AF-Trackingtests neulich von meiner Kleinen

Treffsicherheit bei Motiv-Verfolgung

Meinen herum rennenden Nachwuchs konnte das Sigma 24mm Art problemlos verfolgen.

Falls du auf die Idee kommst schnelle Sportarten zu fotografieren, würde ich das Sigma 24mm Art etwas abblenden.

Aber in normaleren Situationen, z. B. auf Events und Hochzeiten, hat mir der AF auch bei Offenblende sehr gute Dienste geleistet.

 

Allgemeine Treffsicherheit des Autofokus

Bei unbeweglichen oder posierenden Motiven trifft der Fokus zu 99%!

Probleme machen i. d. R. nur extreme Belichtungssituationen.

Beispielsweise eine Form von Gegenlicht oder mangelnder Beleuchtung. Es könnte auch eine starke Hintergrundbeleuchtung oder Reflektion sein, die den AF irritiert.

Aber das sind Situationen, bei dem kein Objektiv perfekt funktioniert. Trotzdem wollte ich es erwähnt haben.

In solchen Ausnahmesituationen muss der Fotograf mit Fehlern rechnen oder entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen.

 

Wie du die AF-Genauigkeit bei Gegenlicht verbessern kannst

Wir legen einfach unsere flache Hand auf die Gegenlichtblende oben und bewegen die Vorderseite der Handfläche soweit runter, bis die Reflektion abgedeckt ist. Wenn wir erfolgreich fokussiert haben nehmen wir unsere Hand wieder weg und machen das Bild.

Wenn wir das bei sich bewegenden Motiven machen, schneiden wir unsere Hand später einfach raus. Da verlieren wir zwar ein wenig vom Bild, aber hey, besser als nichts, oder?

Ein lichtstarkes Objektiv, das bei Gegenlicht immer perfekt trifft gibt es nicht und falls du eins kennst darfst du es gerne in die Kommentare schreiben. Da bin ich gespannt. 😉

 

Sigma 24mm Art - Landschaften

Nikon D750 – Sigma 24mm Art – ISO100 – F/1.8 – 1/160 Sek.

 

Was du mit einem 24mm Objektiv bei People Fotos nicht tun solltest

Generell gilt, dass wir Weitwinkelobjektive wie 24mm, 20mm, 14mm usw. möglichst nicht neigen sollten.

Wenn wir parallel zum Motiv stehen wird das Motiv am natürlichsten wirken.

Eine nach unten geneigtes Linse wird den oberen Bildanteil verzerren und nach oben geneigt den unteren. Eine Neigung nach rechts oder links hat ebenfalls sichtbare Konsequenzen.

Das gilt übrigens für alle Aufnahmeabstände, aber umso näher wir sind, desto mehr fällt es auf.

Sigma 24mm Art - Hafencity Hochhaus

Nikon D750 – Sigma 24mm Art – ISO100 – F/5.6 – 1/1000 Sek.

 

Eine Brennweite ist einmalig in seiner Bildwirkung

Soll die Personengröße gleich bleiben, aber unsere Brennweite wird länger, muss ich meinen Aufnahmeabstand vergrößern.

Aber umso länger die Brennweite bzw. unser Aufnahmeabstand, desto mehr wird unser Bild komprimiert.

Zu Deutsch: Links, rechts, oben und unten werden Teile der Umgebung abgeschnitten und der Rest, der vom Hintergrund bleibt, wird näher „herangezogen“.

Deswegen können wir mit einer anderen Brennweite, auch wenn wir näher ran oder weiter weg gehen, nie das gleiche Bild bekommen.

Hier habe ich das detailliert anhand von GIF-Bildern erklärt.

 

DAS Objektiv der Fußball WM 2014, war ein 24mm F/1.4

Paul Ripke, durfte die WM 2014 aus einer ganz besonderen Perspektive erleben.

Mit nur einem 24/1.4 Objektiv an einer Leica, begleitet er die deutsche Nationalelf alias „Die Mannschaft“ im WM Finale 2014.

Und besser konnte es für ihn nicht kommen, denn Deutschland gewinnt die Weltmeisterschaft.

Aus dieser Reportage ergibt sich das Buch One Night in Rio.

So viele, spannende Fotomotive für ein 24/1.4 Objektiv liefern wohl die wenigsten Events. Wer mehr Inspirationen für seine 24mm Fotografie bekommen möchte, sollte sich das Fotobuch One Night in Rio mal näher anschauen.

OneNightInRio

 

Fazit

Was du mit dir vereinen musst, ist halt, dass du wirklich sehr nah an deine Motive heran musst. Und nicht immer können oder wollen nah dran sein. Alleine mit einem 24mm ziehe ich nicht gerne los. Ich ergänze es mit einem kleinen 50mm Objektiv. Ich nutze da das Voigtländer Nokton 58mm 1.4 SLII.

Bevor ich zum Sigma 24mm Art kam, hatte ich das Nikon AF-S 20mm 1.8 G. Ebenfalls ein tolles Objektiv. Aber es war bei Menschen einfach schon zu weit. Auch die Verzerrung ist viel deutlicher.

Ein weiterer, sehr entscheidender Punkt, warum ich das 24mm Objektiv meinem 35mm 1.4 Objektiv auf Reisen vorziehe, ist, dass wir weitere Landschafts- oder Städteaufnahmen machen können.

Sigma 24mm Art Review - Speicherstadt-2

Nikon D750 – Sigma 24mm Art – ISO100 – F/2.0 – 1/4000 Sek

 

Auch die makromäßigen Weitwinkelaufnahmen sind nicht zu verachten.

Sigma 24mm Art Review - Stillleben-6

Nikon D750 – Sigma 24mm Art – ISO100 – F/1.4 – 1/200 Sek

 

Meine Bewertung für das Sigma 24mm Art

Falls du noch Fragen oder Anregungen hast, freue ich mich unten in den Kommentaren von dir zu lesen.

Bleib großartig,
dein Baris

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4 comments

Antonella 31. März 2017 at 23:19

Danke für den Beitrag! Ich überlege mir schon seit langem dieses Sigma für meine Nikon APS-C zu kaufen, weil ein Umstieg auf Vollformat sehr wahrscheinlich ist. Allerdings habe ich probiert mit der Brennweite zu fotografieren (ich habe das Kit-Objektiv mit Klebeband fixiert 😀 ) und ich habe keine guten Ergebnisse bekommen, hauptsächlich bei Porträts wegen der Verzeichnung. Offensichtlich ist die Porträtfotografie mit einem Weitwinkel-Objektiv wesentlich schwieriger als mit „normalen“ und Telebrennweiten.

Reply
Lichtrebell 1. April 2017 at 0:20

Hey Antonella, das mit dem Klebeband gefällt mir. 😀
Das du mit dem Kit-Objektiv starke Verzeichnung hattest ist normal.
Selbst hochwertige Zooms haben Probleme mit Verzeichnung. So ein Zoom muss ja viele Brennweiten gut abbilden, da werden einige Kompromisse eingegangen. Vignette, Verzeichnung und Schärfe sind die auffälligsten Punkte. Bei einer Festbrennweite sieht das schon anders aus, denn die ist für die eine Brennweite maßgeschneidert. Wenn du das Objektiv dann so verwendest wie in meinen Beispielen, wirst du auch keine Probleme mit Verzeichnung haben.

Ein günstiges 50mm und ein 24er Sigma Art dazu und du hast viel Spaß. 😀

Reply
Antonella 23. April 2017 at 22:46

Danke für die Erklärung und die Tipps! Dann gebe ich dem Sigma auf jeden Fall eine Chance. Du hast schon gezeigt, dass es ein gutes Objektiv ist, ich hoffe nur, mit der Brennweite besser umgehen zu lernen 🙂

Reply
Lichtrebell 23. April 2017 at 22:53

Kein Meister fällt vom Himmel, üben tun wir alle. Ich musste auch viel ausprobieren und testen, bis ich brauchbare Ergebnisse hatte. Das wird schon. 🙂
Viel Spaß mit dem Sigma! 🙂
LG
Baris

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