Analogfotografie

Analogfotografie Einstieg – Tipps, Empfehlungen, Erfahrungen & Beispiele

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Immer mehr Menschen interessieren sich für die Analogfotografie. In den letzten Monaten findet regelrecht ein Boom statt.

Für tot erklärtes Filmmaterial wird wieder ins Leben gerufen und es entstehen viele neue Firmen, um die Nische der Analogfotografie.

Auch mich hat die Analogfotografie erreicht. Ich bin regelrecht angetan. Und so habe ich mich das letzte halbe Jahr intensiv mit der analogen Fotografie beschäftigt. Dabei ist mir bewusst geworden, dass die Informationen im Netz stark verstreut sind. Entsprechend lange muss ich Recherche betreiben, um die richtigen Antworten zu finden.

Schließlich kam ich auf die Idee, diesen Beitrag zu schreiben. Es wird den Einstieg in die Analoge Fotografie erleichtern und noch einige Inspirationen mit auf den Weg geben. So richtet sich der Beitrag an erster Stelle für den Einstieg in die Analogfotografie. Aber auch Fortgeschrittene kommen nicht zu kurz, denn es gibt einige Experimente zu entdecken.

Wir gehen gemeinsam durch den großen Analog-Dschungel und schauen uns die Vielfalt der Analogfotografie an. Es gibt zahlreiche Bilder anzusehen und Geschichten zu ihrer Entstehung zu lesen.

Vom klassifizieren des Films, dem Fotografieren, bis hin zur Entwicklung der Negative und dem anschließenden Scan-Prozess.

Welche Kameras, Objektive, Scanner und Filmsorten benutzt wurden, kannst du ebenfalls entdecken.

Also, schnapp dir was zu trinken. Denn bist du erstmal drin, kommst du nicht so schnell wieder raus. 🙂

PS: Am schärfsten werden die Bilder dargestellt, wenn du deinen Browser auf Vollbild einstellst und die Bilder anklickst.

 

So fing die Analoge Fotografie für mich an

Schon länger schiele ich auf das analoge Cine-Filmmaterial, Kodak Vision 3.  Das ist das Filmmaterial, auf dem in Hollywood viele bekannte Blockbuster gedreht werden.

Besonders aufgefallen ist mir der Unterschied von analog zu digital, als ich den komplett digital aufgenommenen Kinofilm Solo: A Star Wars Story (2018), gesehen habe. Die Ästhetik, z. B. im Vergleich zu Star Wars – Episode VIII: Die letzten Jedi (2017) – welcher komplett analog gefilmt ist – ist eine gänzlich andere.

Was nun besser ist, möchte ich an dieser Stelle gar nicht umfangreich bewerten. Mir ist hauptsächlich aufgefallen, dass ich das analoge Bewegtbild deutlich schöner finde

 

Schließlich wurde das Fass zum Überlaufen gebracht

So stoße ich auf Silbersalz35. Sie haben ein Verfahren entwickelt, das uns Fotografen ermöglicht auf Kodak Vision 3 Filmmaterial zu fotografieren. Und da war der Drops für mich gelutscht; eine analoge Kleinbild Kamera muss her.

Silbersalz35

Zu Silbersalz35 wird noch ein separater Beitrag folgen, sobald ich meine Filmrollen alle verschossen und die Bilder bekommen habe. Denn wie auf dem Bild zu sehen, bekommt man vier Kleinbild-Filmrollen in dieser coolen Aufbewahrungsbox. Sind die Bilder alle gemacht, sendet man die Filmrollen zurück und bekommt hochauflösende JPEG UND .TIF-Daten zurück. Wer mehr wissen möchte, sollte Mal einen Blick auf die Website von Silbersalz35 riskieren.

Zusätzlich stolpere ich über den Artikel von meinfilmlab, wo es um den Pastell-Look und hohen Dynamikumfang mit Mittelformat geht. Ergo: Analoges Mittelformat muss auch noch her.

Und so steige ich ein, in die Analogfotografie.

 

Meine erste Mittelformat Analog Kamera und die Ergebnisse

Letztendlich informiere ich mich ausgiebig und entschiede mich für die Mamiya M645. Eine Mittelformat Kamera, der man Unverwüstlichkeit nachsagt. Sie ist wirklich schön, oft bei Ebay zu finden und für was es ist, relativ günstig zu bekommen.

So nehme ich sie schließlich das erste Mal in die Hand. Und sofort fällt mir auf, dass sie der Redewendung, “Bild ist im Kasten”, alle Ehre macht:

Mamiya M645 1000S - Mittelformat Analog Kamera

Schließlich mache ich einen Spaziergang, und habe Fuji Pro 400 H geladen.

Obwohl wir Januar haben und ich mir die Finger draußen abfriere, überkommt mich ein warmes, entschleunigendes Gefühl. Letztendlich mache ich meine erste Analog-Aufnahme:

Analogfotografie mit Mamiya M645

Anschließend drehe ich am Filmtransport. So wird der Verschluss neu gespannt und der Film für die nächste Aufnahme positioniert. Was bei dieser 6×4,5cm Analog-Kamera so weiter geht, bis 15 Bilder auf einem 120er Rollfilm gebannt wurden.

Fünfzehn Bilder hören sich vielleicht wenig an. Aber es ist gar nicht so einfach, überhaupt so viele “gute” Motive zu finden, für die ich das wertige Filmmaterial benutzen möchte.

Folglich noch meine Favoriten des Spaziergangs. Alle mit Fuji PRO 400 H:

Mamiya M645 + Sekor C 55mm 2.8Mamiya M645 + Sekor C 55mm 2.8AnalogfotografieKreative AnalogfotografieAnalogfotografie vom MondAnalogfotografie bei Dunkelheit

Die Bilder hatte ich vorher auch schon in meinem Mamiya M645 Test Video gezeigt. Nur hatte ich da meinen Scanner noch nicht kalibriert und einen lila Stich in den Bildern. Als Objektiv kam das Sekor C 55mm F/2.8 zum Einsatz. Die zwei Bilder mit dem Mond, wurden mit einem Sekor C 80mm F/2.8 gemacht.

 

Die Beziehung zum Filmmaterial

Mamiya RZ67 Testfoto

Mamiya RZ67 Pro II + 50mm F/4,5 W und 2007 abgelaufenem Kodak Portra 160 VC

Mit der Wahl des Filmmaterials ist es ein bisschen so, als würde ich eine kurzzeitige Beziehung eingehen. Je nachdem, welche meiner Analog Kameras ich benutze, hält sie zwischen 10 und 36 Aufnahmen an. Da ich den Film selbst entwickle, hält die Beziehung sogar noch etwas länger.

Letztendlich hat jeder Film einen eigenen Charakter. Ein Charakter, auf den ich mich unweigerlich einlassen muss, damit die Beziehung kein unbefriedigender Schlamassel wird.

 

Du gibst etwas, du bekommst etwas

Wir haben die Qual der Wahl. Denn mit der Wahl des Films entscheiden wir uns für oder gegen:

  • Farbpalette
  • Dynamikumfang
  • Detailwiedergabe
  • Sättigung
  • Kontrast
  • Körnung
  • Schärfe

Weißabgleich bei Analogfilm verstehen und manipulieren

Der Weißabgleich bei analogem Filmmaterial ist vorgegeben. So ist Filmmaterial entweder auf Kunstlicht (Tungsten) oder auf Tageslicht (Daylight) konzipiert. Wenn du beispielsweise Kunstlicht Analogfilm tagsüber benutzt, wird das Bild bläulich. Falls wir die Farben neutralisieren möchten, müssen wir einen 85B Filter verwenden. Die etwas schwächere Variante wäre ein 85A Filter.

85B Filter Analogfotografie

Diese Filter findet man fast nur noch auf eBay, zu vernünftigen Preisen.

Für Tageslicht Filme wäre es in Kunstlicht-Situationen genau umgekehrt. Da können wir bei Bedarf auf einen 80A bzw. 80B Blaufilter zurück greifen. Bei den Filtern ist zu beachten, dass sie eine knappe Blende Licht schlucken. Also nicht vergessen entsprechend länger zu belichten. 😉

Zwar kann man auch ohne Filter arbeiten und die Scans nachher im Weißabgleich anpassen, jedoch bringt das Farbverschiebungen mit sich, was auch die Körnung verändert. Kann man wollen, sollte man aber wissen. 🙂

 

Filtern oder nicht Filtern, das ist hier die Frage

Detaillierte Informationen zum Thema filtern oder nicht filtern, findest du in diesem Kommentar, von David Mullen. Bei MeinFilmLab finden wir noch einen wertvollen Beitrag zu Kunstlicht, mit Tageslicht Filmmaterial und Blaufilter.

 

Analogfotografie Mittelformat

Ilford HP5 – ISO400 – Mamiya 645 Pro – 150mm F/3.5 @ F/8

 

Den Analog Film und die ISO-Empfindlichkeit selbst klassifizieren

Wenn wir uns für einen Film entschieden haben, wollen wir ihn vielleicht anders klassifizieren, als der Hersteller uns empfiehlt.  Das heißt wir entscheiden selbst, welche ISO wir an der Kamera einstellen. Dies ändert zwar nicht den echten ISO-Wert des Films, aber der Belichtungsmesser bekommt den gewünschten ISO-Wert vorgegeben, was zu einer entsprechenden Belichtung führt.

Die wahre ISO des Films ist immer fest und unveränderlich. Und warum wir einen Film vielleicht anders klassifizieren wollen, möchte ich dir in anhand der nächsten Beispiele zeigen.

 

Dasselbe Filmmaterial: Zart wie ein Kalb ODER stramm wie ein Bulle

Die nächsten Beispiele habe ich so gut wie unverändert, wie aus dem Scanner, gelassen.

Folgend ein ähnliches Motiv, mit dem gleichen “Consumer” Film (Fujifilm C200). Der Unterschied liegt in der Klassifizierung und der anschließenden Entwicklungszeit:

ISO 100~125 und – Standard C-41 Farbnegativ Entwicklung – also ca. eine Blende mehr Licht gegeben, als der Hersteller empfiehlt. Was mir dabei auffällt ist, dass Fuji C200 bei ISO 100~125 eine respektable Schärfe liefert. Canon AE-1 Program + FD 50mm 1.4Und als nächstes ins andere Extrem, mit ISO 800. Folglich löst die Kamera schneller aus und gibt dem Film weniger Licht, als benötigt. Mir gefällt dieser körnige, nicht so scharfe und unperfekte Look. Es wirkt auf mich, als wäre es eine Erinnerung oder ein Schnipsel, aus einem Traum:Nikon F3 + Voigtländer 40mm + Fuji C200 @ISO800

Weitere Experimente mit Fujifilm C200 Analogfilm

Folgend probiere ich aus, wie sich Fuji C200 bei Unter- bzw. Überbelichtung verhält. Dafür habe ich drei verschiedene Kameras mit Fuji C200 beladen. Eine Kamera auf ISO 100~125, die zweite auf ISO 400 und die dritte auf ISO 800.

Zu den einzelnen Kameras die ich verwendet habe, kommen wir später noch in Form eines Mini-Reviews.

 

Fujifilm C200 bei ISO 100 ~ 125

Zunächst zeige ich die Bilder, die ich mit Fuji C200 Film bei ISO 100~125 fotografiert habe. Das heißt ich habe dem Film ca. eine Blende mehr Licht gegeben, als notwendig und anschließend ganz normal entwickelt.

Für diese Rolle Film habe ich eine Canon AE-1 Program + Canon nFD 50mm 1.4 benutzt.

Canon AE-1 Program + FD 50mm 1.4 mit Fuji C200 @ISO125Canon AE-1 Program + FD 50mm 1.4 mit Fuji C200 @ISO125Analogfotografie mit AE-1 ProgramCanon AE-1 Program + FD 50mm 1.4 mit Fuji C200 @ISO125AnalogfotografieCanon AE-1 Program + FD 50mm 1.4 mit Fuji C200 @ISO125

 

Fuji C200 bei ISO 400

Als nächstes habe ich eine Rolle Fuji C200 bei ISO 400 ausprobiert. Folglich ist die Verschlusszeit doppelt so schnell. Also hat der Film, eine Blende weniger Licht bekommen, als benötigt. Anschließend habe ich den Film etwas länger im Entwickler-Bad ziehen lassen, um die Unterbelichtung zu kompensieren. In der Fachsprache spricht man dabei vom “pushen”. Diese Vorgehensweise ist nützlich, wenn wir schnellere Verschlusszeiten benötigen.

Fotografiert mit Nikon FM2n + Nikkor 45mm 2.8 P:

FM2n+Nikon 45mm 2,8 P + Fuji C200 @400FM2n+Nikon 45mm 2,8 P + Fuji C200 @400FM2n+Nikon 45mm 2,8 P + Fuji C200 @400FM2n+Nikon 45mm 2,8 P + Fuji C200 @400FM2n+Nikon 45mm 2,8 P + Fuji C200 @400FM2n+Nikon 45mm 2,8 P + Fuji C200 @400FM2n+Nikon 45mm 2,8 P + Fuji C200 @400FM2n+Nikon 45mm 2,8 P + Fuji C200 @400

Aber das macht man nicht nur der Verschlusszeiten willen. Denn das Bild bekommt dadurch gröbere Körnung, stärkere Kontraste und sattere Farben. Das hat für mich seinen eigenen Reiz.

So können wir auch an helllichtem Tag, mit hoher ISO fotografieren, um diese Nebenwirkungen zu provozieren.

 

Fujifilm C200 bei ISO 800

Und hier noch weitere Schnappschüsse mit Fuji C200 @ ISO 800.

Die Kamera war eine Nikon F3 mit Voigtländer Ultron 40mm F/2.0:

Voigtländer 40mm Nikon F3Nikon F3 + Voigtländer Ultron 40mm 2.0 + Fuji C200@ISO800_1EVPushVoigtländer 40mm Nikon F3Nikon F3 + Voigtländer Ultron 40mm 2.0 + Fuji C200@ISO800_1EVPushVoigtländer 40mm Nikon F3Voigtländer 40mm Nikon F3

 

Mein Fazit zum Fujifilm C200 Analogfilm

Ich finde Fujifilm C200 ist ein guter Film für die alltäglichen Schnappschüsse, ist aber auch für weitaus mehr zu gebrauchen. Der Film kann einen ISO-Bereich von 100 bis 800 gut handhaben. Bei ISO 100~125 bekommen wir sehr feines Korn und einen respektablen Dynamikumfang. Die Kontraste bleiben mild, bei überraschend guter Detailzeichnung.

Bei steigender ISO bis 800 haben wir mehr Korn und Kontrast, sowie sattere Farben. Dafür weniger Detailzeichnung und Schärfe. Trotz oder besser gesagt durch diese “Nebenwirkungen”, haben die Bilder ihren eigenen Charme. Ob man das nun mag ist Geschmackssache und wohl auch abhängig vom Motiv.

Ein ähnliches Verhalten zeigt auch professioneller Farbnegativ-Film, wie beispielsweise Fuji Pro 400 H oder Kodak Portra 400. Nur das der Dynamikumfang noch deutlich höher ist und die Farben auch bei Unter- bzw. Überbelichtung länger treu bleiben.

Hier findest du Fujifilm C200, günstiger im Vorteilspack.

 

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Der hohe Dynamikumfang von Farbnegativ Analog-Film

Schließlich habe ich für einen Spaziergang mit der Familie Kodak Portra 400 eingelegt und die Mamiya M645 1000S dabei. Den Film habe ich als ISO 100 klassifiziert. So wird der Film zwei Blenden mehr Licht abbekommen, als er braucht. Das entscheidende dabei ist, dass die Tiefen und Mitten heller belichtet werden und dadurch mehr Zeichnung erhalten. Daraus ergibt sich zwar ein Pastell-Look, aber wir können mit unserem Bildbearbeitungsprogramm die Kontraste anziehen, sofern wir das wollen. In folgenden Beispielen habe ich den Pastell-Look weitgehend erhalten und die Kontraste nur minimal angezogen.

Mamiya M645 + 80mm 1.9 @ F/1,9 + Portra 400 @ ISO 100 (zwei Blenden überbelichtet)

Kodak Portra bei ISO 100 für den Pastell-LookPastell Look Kodak Portra 400Mamiya M645 80mm 1.9 +Portra 400 @ISO100

Die .TIF Daten haben zudem noch einen beachtlich großen Spielraum, was aber auch an dem Scanner und der genutzten Software liegt. Mehr dazu gleich.

 

Der Film und dessen Klassifizierung geben den Weg vor

Beim einlegen und klassifizieren der Filmrolle entscheiden wir, in welche Richtung wir gehen wollen.

So hat der gewählte Film und die “ISO” die wir wählen, letztendlich eine ähnliche Funktion, wie die digitale Bildbearbeitung, mit z. B. Adobe Lightroom bzw. Camera-RAW Vorgaben. Nur das man diesen “Look” nun schon während der Aufnahme erzeugt.

Dementsprechend ist es notwendig, den angestrebten Bild-Look für die gesamte Filmrolle in Balance zu halten. Zwischendurch über- bzw. unterbelichten ist zwar möglich, aber aufgrund des unterschiedlichen Looks aufwendiger beim Scan-Prozess. Denn die Einstellungen für ein Bild lassen sich dann nicht so einfach auf die anderen übertragen.

Vielleicht kannst du im Moment mit dieser Info zum Scannen noch nichts anfangen, aber sobald du es machen musst, wirst du schon verstehen. 🙂

 

Die Belichtung messen

Vielleicht hast du keinen speziellen Handbelichtungsmesser oder möchtest dir das Geld dafür sparen. Einige Kameras haben ja einen Belichtungsmesser eingebaut, aber es kann auch Mal dazu kommen, das die Batterie der Kamera leer ist und du keine Ersatzbatterie zur Hand hast.

Und dafür gibt es zweierlei Lösung:

 

Belichtung mit dem Smartphone messen

Meine Mamiya RZ67 Pro II hat keinen eingebauten Belichtungsmesser. Wenn ich mit der RZ67 arbeite, habe ich bisher mein Smartphone verwendet. Ein Handbelichtungsmesser wäre vielleicht noch genauer und ist wohl auch handlicher, aber ich habe noch keinen.

“Die App für mein Android lautet “Light Meter”. Dort gebe ich die Blende und ISO ein und bekomme die entsprechende Verschlusszeit vorgegeben. Bisher habe ich die App für sechs Filme verwendet. Zwei davon habe ich schon entwickelt und die Resultate zeige ich weiter unten.

 

Ohne Belichtungsmesser – die “Sunny F/16 Regel”

the Sunny F/16 Rule

Credit für die Grafik: William Sawalich, veröffentlicht bei dpmag.com

Die Sunny F/16 Regel besagt, dass bei normalem Sonnenschein, ohne Wolken, die äquivalente Verschlusszeit zur ISO gewählt wird und das Bild letztendlich eine ordentliche Belichtung erhält.

Beispiel

Wenn wir die Regel 1:1 übernehmen, dann stellen wir Bei Sonnenschein, ohne Wolken auf F/16. Und bei einem ISO 100 Film, wählen wir eine Verschlusszeit von 1/100. Bei ISO 400 Film, eine Verschlusszeit von 1/400 usw.

Dabei ist zu beachten, dass diese starren Vorgaben natürlich nur Richtwerte sind und uns einen Anhaltspunkt geben. Das Belichtungsdreieck müssen wir schließlich auf unseren Bedarf anpassen.

So können wir die Blende natürlich auch öffnen und dafür die Verschlusszeit schneller einstellen.

 

Negative scannen

Der eine oder andere von euch wird sich fragen, wie ich meine Bilder digitalisiere.

Die kurze Antwort:  Epson V850 Pro.

Der Scan-Prozess ist ausschlaggebend für die finalen Resultate am Bildschirm, aber auch für die Qualität von Prints. Umso besser die Scans, desto mehr Schärfe als auch Details, sowie Tonwert- und Dynamikumfang, können aus einem Negativ gezogen werden.

Es gibt noch den Epson V800, welcher technisch gleichauf ist. Jedoch ist das Zubehör-Paket nicht so üppig.

Falls du ausschließlich Mittelformat Scans machen möchtest, oder dir allgemein weniger hochauflösende Scans ausreichen, dann liefert auch der Epson V600 gute Ergebnisse. Es gibt viele, die den Epson V600 auch mit Kleinbild-Negativen benutzten und sehr zufrieden sind.

 

Mittelformat Analogfotografie

Ilford HP5 – Mamiya 645 Pro –  150mm F/3,5 bei F/8 – ISO 400

 

Silverfast SE Plus 8

Beim Epson V850 ist die Software schon standardmäßig dabei. Beim V800 ist “nur” die normale Version von Silverfast 8 enthalten und beim V600 gar keine Silverfast Software. Du solltest aber nicht auf Silverfast SE Plus 8, für den Epson V600 verzichten. Die Software macht extrem viel für die Benutzung und Bildqualität aus.

Insbesondere die Multi-Exposure Funktion, die in der Silverfast 8 SE Plus-Variante enthalten ist, war mir wichtig. Eine HDR-Funktion, die den Film mit zwei unterschiedlichen Belichtungen scannt, um den höchstmöglichen Dynamikumfang aus dem Negativ zu ziehen.

Die automatische Rahmen-Erkennung beschleunigt den Workflow und ist ebenfalls ein willkommenes Extra.

Auch die Farben des jeweiligen Filmmaterials, werden mit den NegaFix-Vorgaben schnell interpretiert.

Falls du deine Bilder lieber einem Labor übergibst und mittelfristig die Mehrkosten nicht scheust, dann ist das natürlich völlig in Ordnung. Für meine Wenigkeit ist das mittel- bis langfristig einfach zu kostspielig. Und ich habe auch gerne selbst die Kontrolle über meinen gesamten Workflow.

Analogfotografie Schwarz Weiß

Mamiya 645 Pro – Ilford HP5 – 35mm F/3,5 bei F/11 – ISO 800

 

C-41 Analog Film einfach selbst entwickeln

Obwohl ich vorher zwanzig Mal das einspulen geübt habe, kommt es vor, dass ich den Film nicht sofort auf die Spirale bekomme. Gut, mittlerweile bekomme ich es schon recht gut hin, toi toi toi, aber da bin ich fast fertig und dann rutscht das letzte Stück doch nochmal aus der Aufnahme. Also, Halterung aufmachen und wieder von vorne…

Worauf ich hinaus möchte:

Alles braucht seine Zeit und etwas Übung. Folglich gehören Fehler und manchmal auch ein bisschen Frust, einfach dazu.

Analog Film zu entwickeln ist im Grunde wirklich einfach.

 

Negative selbst entwickeln – Video Empfehlung

Was ich alles zum entwickeln verwende, zeige ich dir gleich. Aber vielleicht möchtest du mal sehen, wie das so ist, wenn man einen Film selbst entwickelt. Dafür habe ich dir ein Video rausgesucht.

Auch die anderen Videos von Robin sind wirklich sehenswert. Ich habe seinen Kanal abonniert und großen Spaß an seinen Videos.

Ich mache auch noch weitere Videos zur Analogfotografie, die du dann auf meinem YouTube Kanal findest.

 

Equipment zur Film Entwicklung von C-41 Filmmaterial

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Folgend sind die Teile, die ich mir zum entwickeln von C-41 Filmmaterial gekauft oder später für diesen Artikel bessere bzw. günstigere Alternativen gefunden habe. Außerdem noch immer ein Kommentar von mir, mit weiteren Infos:

Die praktische Wanne

  • Meine Wanne ist eine Stapelbox in der Größe von ca. 40x30x18. Wenn ich fertig bin, kann ich alle Teile staub geschützt und sehr praktisch darin verstauen.

Ein Heizstab macht vieles einfacher

Die Chemikalien müssen auf 38° Celsius Betriebstemperatur gebracht und auch gehalten werden. Der C-41 Prozess geht auch mit 30°C , aber dauert entsprechend länger.

  • Ein Heißstab wie dieser reicht schon aus – Wichtig ist, das der Heißstab die Temperatur von 38° Celsius halten kann.
  • Der Cinestill TCS-1000 kann auch noch zum Mixen der Chemie verwendet werden. Aber Mal unter uns: Es reicht aus, die Chemie entsprechend der Anleitung nacheinander einzugießen und mit einem Löffel zu rühren. Anschließend den Behälter leicht hoch und runter schwenken und einige Minuten stehen lassen.Die mitgelieferte Halterung des Cinestill TCS-1000 ist zwar nice to have, aber absolut kein Muss. Einfach die Box nicht zu voll mit Wasser füllen, dann bleiben die Flüssigkeitsbehälter auch an Ort und Stelle. Bei zu viel Wasser treiben die Behälter gerne auf. Dennoch ist das Cinestill-Gerät über jeden Zweifel erhaben und ebenfalls empfehlenswert, wenn du direkt mit der Halterung loslegen möchtest.

 

Der Film muss in totaler Dunkelheit in die Entwicklungsdose

  • Dafür nutze ich diesen Dunkel bzw. Wechselsack. Ich habe mir diesen hier bei Ebay gekauft. Funktioniert perfekt und die Lieferung erfolgte in ca. sieben Werktagen. Falls du einen völlig dunklen Raum, ohne Fenster hast, könntest du es auch darin bewerkstelligen.

Hier Mal ein Video, wie du den Film auf die Spirale bekommst:

 

Die Chemikalien und was du noch so brauchst

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  • Tetenal C-41 Kit – Da sind praktisch alle Chemikalien enthalten, die du für den C-41 Prozess benötigst.
  • Destilliertes Wasser – Für die Chemie wird empfohlen, zwei Drittel des verwendeten Wassers, destilliert zu verwenden, um Kalk-Ablagerungen am Film zu vermeiden. Meine erste Chemie hatte ich nur mit Leitungswasser abgemischt und die Kalkablagerungen sind recht ausgeprägt auf dem entwickelten Film zu sehen. Hier in Hamburg ist die Wasserhärte aber auch recht stark. Anderorts reicht vielleicht schon zur Hälfte destilliertes Wasser zu benutzen.
  • Behälter zum Messen und Mixen der Chemikalien – Der Messbecher sollte eine Messung auf 10 ml genau ermöglichen.
  • Flaschen-Set – Irgendwo muss ja noch die Chemie rein. Bei den verlinkten Flaschen hast du noch zwei zur Reserve zu einem unschlagbaren Preis.
  • Trichter mit Sieb – Der Sieb ist wichtig, damit keine Partikel in die Flüssigkeit gelangen, die den Film zerkratzen oder beschmutzen können.
  • Paterson Tank – Hier drin wird der Film entwickelt. Offen für die Flüssigkeiten aber abgeschirmt gegen Licht. Alternativ gibt es noch die Jobo Tanks, die sich auch modular erweitern lassen. Ich habe mich für den Paterson entschieden, da es dafür noch einen Schlauch gibt, der das Spülen weiter vereinfacht.
  • Schlauch zum Spülen des Films – Ein Ende des Schlauchs wird am Wasserhahn und das andere am Paterson Tank fixiert. Erspart das eigenständige auswaschen des Films für ganze fünf Minuten.

Analogfotografie mit Cinefilm

 

Für eine gleichmäßige Trocknung

  • Klammern – Es reichen auch Wäscheklammern aus. Ein paar Gramm, die unten am Film hängen, sind völlig ausreichend. Oben fixiere ich den Film ebenfalls mit zwei Klammern an einem Kleiderbügel oder an anderen Vorrichtungen.
  • Einen Filmabstreifer, um nach der Entwicklung des Films, den Film vorsichtig abzustreifen. Vorsicht, nicht zu doll drücken! Damit die Wischer etwas weicher sind und den Film nicht zerkratzen, lege ich den Filmabstreifer für zwei Minuten  in die Stabi-Flüssigkeit. Alternativ kannst du zum abtrocknen auch eine Salat-Schleuder benutzen oder die Spirale mit dem Film leicht auf ein Handtuch abklopfen.

 

Du brauchst eine Schere

Spätestens, wenn der Film in den Scanner soll, muss er auf eine entsprechende länge gekürzt werden.

Bei 35mm-Film schneiden wir die vordere Spitze ab. Danach erhalten wir eine gerade, durchgehende Kante, um den Film leichter auf die Spirale zu bekommen. Außerdem ist der Film ziemlich fest an der Spirale fixiert und muss am Ende dicht an der Spule abgeschnitten werden.

Dafür benötigst du eine möglichst feine Bastel-Schere. Bei 120er Rollfilm geht das auch ohne, da es nur mit Krepp-Klebeband an der Rolle fixiert ist und sich leicht mit den Fingern lösen lässt.

 

Empfohlene Analog Kameras und Bilder die damit entstanden sind (wird noch ergänzt)

Folgend möchte ich einige Kameras vorstellen, die ich euch wärmstens empfehlen kann und dazu noch einige Beispielbilder zeigen, die mit diesen Kameras entstanden sind. Angefangen beim größten Format das ich ausprobiert habe (6×7 Mittelformat) bis hin zu 35mm Kleinbild Kameras.

 

Mamiya RZ67 Professional II – Meine Lieblingskamera für Analogfotografie

Habe ich dir schon gesagt, dass ich diese Kamera liebe?

Nun, dann ist das hiermit getan.

Es ist schon sehr lange her, dass mich eine Kamera faszinieren konnte. Sie das Gefühl in mir auslöst, dass ich rausgehen und einfach irgendwas damit fotografieren möchte. Die Mamiya RZ67 ist so eine Kamera. Sie hat mich auf Anhieb fasziniert.

Schon beim ersten Blick auf die große Mattscheibe, wurde mein Fotografenherz mit Dopamin befeuert. Ein Bild davon kann die Wirkung nicht ganz vermitteln:

Mittelformat Kamera

Die Mamiya RZ67 Pro ist besonders durch das rotierende Rückteil interessant, So muss man für Hochkant-Aufnahmen, die Kamera nicht neigen. Außerdem wird über einen Balgen fokussiert und nicht mit dem Objektiv. Demnach bieten alle Objektive an der RZ67 starke Makrofähigkeiten.

Neulich, bei einem Fotoshooting, konnte ich drei Filmrollen mit der RZ67 belichten. Aber die Bilder muss ich noch entwickeln. Deshalb kann ich im Moment nur ein paar Testfotos zeigen, wo ich die RZ67 auf Funktion und Lichteinfall überprüft habe. Es ist alles in Ordnung… 🙂

Mamiya RZ67 Pro II – 1/60 ~ 1/125 – Sekor Z 90mm bei F/3,5 – Fujifilm Pro 400 H @ ISO 400

Mamiya RZ67 Pro II, alle Bilder vom Stativ. Sekor Z 50mm F/4.5 W Objektiv. Kodak Portra 160  @ ISO 64 (Film ist 2007 abgelaufen)

 

Mamiya 645 Pro – Die Mittelformat Kamera für unterwegs

Die Mamiya M645 1000S zeigte ich ja bereits zu Anfang und für die Kamera spreche ich eine klare Empfehlung aus. Besser bzw. günstiger, kann man nicht in das Mittelformat einsteigen.

Und der Gebrauchtmarkt für Mamiya Equipment ist groß und aktiv.

Aber nach kurzer Zeit wollte ich auch die neueren Modelle ausprobieren und so habe ich meine Mamiya M645 1000S mit dieser 645 Pro “geupdatet”:

Die Mamiya 645 Pro ist eine Mittelformat Kamera, die ich auch einfach Mal für den einen oder anderen Familienausflug eingepackt habe. Denn vom Packmaß unterscheiden sich die Mamiya 645 Pro oder auch M645 1000s kaum zu einer Vollformat DSLR mit lichtstarkem Objektiv. Ich habe die Kamera überwiegend mit dem Sekor C 45mm 2.8 oder Sekor C 80mm 1.9 ausgeführt.

 

Mamiya 645 Pro vs Mamiya M645 1000S

Der neuste AE-Prismensucher ist noch etwas heller und insgesamt aufgeräumter. Zudem kann man die Belichtungsmessung auf Spotmessung oder den Durchschnitt des ganzen Bildfelds einstellen. Zusätzlich lässt die Filmkassette sich wechseln, um zwischendurch ein paar S/W-Aufnahmen zu machen oder die passendere ISO eines anderen Films zu benutzen.

Mamiya 645 Pro mit Sekor C 80mm F/1.9 und Kodak Ektar 100 bei ISO100:

 

Mamiya 645 Pro mit Sekor C 45mm 2.8 und Kodak Portra 400 bei ISO200:

 

Nikon F3 – Die Kleinbild Kamera meiner Wahl

Nikon F3 - 35mm Analog Kamera

Die Nikon F3 ist eine professionelle, manuelle Spiegelreflex Kamera, die zwei Nachfolge-Generationen mit Autofokus überlebt hat. Sie wurde von 1980 bis 2001, ganze 750.000 mal produziert und ist somit das Nikon Modell, mit der längsten Produktionsdauer überhaupt.

Preislich liegt die Nikon F3 meist zwischen 150 und 300 EUR und ist hier auf eBay zu finden. Die HP Variante hat einen etwas höher liegendes Okular, was Brillenträgern zugute kommt, aber ansonsten keine Vorteile bringt. Der Preis variiert je nach Zustand und Zubehör. Stark abgeranzte F3 gibt’s auch für günstiger. So habe ich auch schon welche für rund 100 EUR gesehen.

 

Die Nikon F3 verkörpert hohe Ingenieurskunst

Im Vergleich zu allen anderen Kleinbild Kameras, die ich hier vorstelle, macht die Nikon F3 den wertigsten Eindruck auf mich. Die Haptik, die Widerstände der Räder und Knöpfe, der Filmtransport, sowie die Geräusche, suggerieren Langlebigkeit und hohe Ingenieurskunst.

Der Sucher ist mit einem Handgriff von der Kamera gelöst und die dann offen liegende Einstellscheibe, in Sekundenschnelle, gereinigt oder ausgewechselt.

Nikon F3 - Einstellscheibe und Standard Sucher

Meine Objektive für die Nikon F3

Für die Nikon F3 können wir auf zahlreiche Objektive zurückgreifen. Es müssen nicht die AI-S Objektive sein. Es reichen auch die AI-Objektive, um alle Funktionen der Nikon F3 benutzen zu können.

Besonders Spaß bringt mir die Nikon F3 mit dem Voigtländer Ultron 40mm F/2.0 Objektiv. Die Brennweite und die Naheinstellgrenze von 0.25cm, machen das Objektiv zu einem starken Allrounder für den Alltag. Als leichtes Tele-Objektiv habe ich entweder das Mamiya Sekor C 80/1.9 adaptiert oder jüngst ein Nikon AI-S 85mm F/2.0 in Gebrauch. Für etwas mehr Weitwinkel, habe ich mir ein Nikkor 28mm F/2.0 Objektiv genehmigt. Aber für viele dürfte schon das Nikkor 28mm F/2.8 ausreichen.

Die Beispielbilder zur F3 werde ich hier später updaten, sobald ich die vier Rollen Silbersalz35 fertig belichtet und zurück bekommen habe.

 

Jeder hat eine Schwachstelle, auch die Nikon F3:

Die Nikon F3 hat eine kleine Schwachstelle. Und zwar den roten Knopf seitlich am Prisma.

Nikon F3 - 35mm Analog Kamera

Berührt man diesen Knopf, wird die LCD-Anzeige beleuchtet und so können wir bei Dunkelheit noch die Verschlusszeit ablesen. Aber manch eine F3 bleibt im Dunkeln, denn mit der Zeit setzt sich Staub auf den Kontakten ab, was die Verbindung blockiert.

Meine Nikon F3 hatte dieses Problem. Und nach befolgen dieser Anleitung, funktioniert das Licht wieder wie am ersten Tag.

 

Die Nikon FM2 bzw. FM2n – die letzte voll mechanische Analog Kamera von Nikon

Was die Nikon FM2 so besonders macht, ist das sie völlig ohne Batterien funktioniert. Und das bis zu einer Verschlusszeit von einer Sekunde bis 1/4000 oder Bulb-Modus!

 

Nur die Belichtungsmessung erfordert Batterien. So können wir zur Not auch die oben geschilderte Sunny 16 Regel anwenden, sofern keine Ersatzbatterie zur Verfügung steht.

Besonders der Blick durch den Sucher ist ein Spaß, da die Belichtungseinstellungen voll mechanisch angezeigt werden und dazu noch sehr schön illustriert sind.

Der Unterschied zwischen der Nikon FM2 vs. FM2n

Die FM2n hat eine Blitzsynchronzeit von 1/250 anstatt 1/200 und ein etwas helleres Sucherbild.

Erkennen kann man die FM2n anhand der roten 250 auf dem Verschlusszeiten-Rad sowie dem N vor der Seriennummer.

 

Die FM2n geht bei Ebay für ca. 250 – 350 EUR, je nach Zustand, über die virtuelle Ladentheke. Die FM2 gibt’s noch etwas günstiger.

Canon AE-1 Program – Gut und günstig in die Analogfotografie einsteigen

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Man findet die AE-1 recht häufig auf Ebay, denn die Kamera war seinerzeit DIE Spiegelreflex, für’s Volk. So findet die AE-1 den Weg in viele Haushalte, da sie erschwinglich ist, gute Mechanik erweist und eine Belichtungsautomatik mitbringt.

AnalogfotografieCanon AE-1 Program + FD 50mm 1.4 mit Fuji C200 @ISO125AnalogfotografieCanon AE-1 Program + FD 50mm 1.4 mit Fuji C200 @ISO125Analogfotografie mit AE-1 ProgramCanon AE-1 Program + FD 50mm 1.4 mit Fuji C200 @ISO125Analogfotografie mit AE-1 ProgramCanon AE-1 Program + FD 50mm 1.4 mit Fuji C200 @ISO125Analogfotografie mit AE-1 ProgramCanon AE-1 Program + FD 50mm 1.4 mit Fuji C200 @ISO125Analogfotografie mit AE-1 ProgramCanon AE-1 Program + FD 50mm 1.4 mit Fuji C200 @ISO125

Was mir an der Canon AE-1 Program gefällt

  • Sehr günstig bei Ebay zu kaufen (Canon AE-1 Program ca. 50~80 EUR)
  • Optisch schön anzusehen
  • Die AE-1 hat gepaart mit dem Canon FD 50/1.4 einen sehr heller Sucher und ist einfach zu fokussieren.
  • Das Canon nFD 50mm 1.4 Objektiv ist günstig für ca. 80-100 EUR zu bekommen und von der optischen Leistung hervorragend. Schon ab Offenblende scharf und wunderschönes Bokeh. Ein Objektiv, das sich auch gut an digitale Kameras adaptieren lässt. Dazu noch leicht und kompakt.
  • Sehr robust und langlebig
  • Eingebauter Belichtungsmesser

Was mir nicht gefällt

  • Das “Program” steht für eine Automatik, die linear arbeitet. So wählt die Automatik zu jeder Blende eine feste, unflexible Belichtungszeit.
  • Kein A-Modus (Blendenpriorität). So müssen wir die gewünschte Blende auswählen und die Verschlusszeit selbst an unsere Belichtung anpassen. Aber die eingebaute Belichtungsmessung funktioniert sehr gut und hilft die richtige Verschlusszeit zu ermitteln.
Analogfotografie

Mamiya 645 Pro + Ilford HP5 – ISO800 – 35mm Objektiv bei F/3.5

Gut zu wissen

So würde ich mir die AE-1 Program zwar nicht für die Automatik kaufen, aber sie hat einen helleren Sucher als die A-1 oder normale AE-1, was das Fokussieren vereinfacht. Falls du nicht auf eine Blendenpriorität verzichten möchtest, kannst du zur Canon A-1 greifen. Preislich liegen die Kameras gleichauf und so ist der Preis weniger ein Kriterium.

Bei Ebay gibt’s die AE-1 oft für ca. 50 – 80 EUR. Die Canon A-1 liegt preislich gleichauf. Die dazu passenden Canon FD Objektive sind ebenfalls günstig zu schießen.

Falls dein Exemplar das sogenannte Spiegelpfeifen bzw. Asthma hat, sei unbesorgt. Das ist nur ein kosmetisches Problem, das sich sehr einfach beheben lässt. Hier findest du ein Video, wie man das Pfeifen behebt. Mein Exemplar hatte auch dieses Asthma Problem und mit zwei Tröpfchen Öl war sie wieder kuriert.

Analogfotografie Filmmaterial

 

YouTube Kanäle + Video Picks, zur Analogfotografie

Nick Carver

Die Nummer eins für mich, ist der Kanal von Nick Carver. Denn seine Videos sind nicht nur humorvoll und informativ, sondern er ist ein Weltklasse-Fotograf. Seine Arbeiten und Herangehensweise inspirieren mich nachhaltig, was etwas heißen soll.

 

The_real_sir_Robin

Den Kanal von Robin, hatte ich ja oben bereits erwähnt. Auch er ist ein hervorragender Fotograf und YouTuber, dessen Bilder und Videos ich mir gerne gebe.

 

Negative Feedback

Ein recht populärer Kanal der Analog-Szene, wo du interessante Inhalte zur Analogfotografie finden kannst. Fotografisch nicht unbedingt meins, aber Geschmäcker sind ja verschieden.

 

Kyle McDougall

Ebenfalls qualitativ hochwertige und informative Videos mit dem Schwerpunkt Analogfotografie findest du bei Kyle McDougall.

 

Matt Day

Ich glaube, ich gehörte zu Matt Day’s ersten tausend Abonnenten. Ein sehr sympatischer Mensch, dem ich auch heute noch gerne folge. Ein Abo auf seinem Kanal lohnt sich definitiv.

 

Hast du eine Empfehlung?

Ich kenne sicherlich nicht jeden Kanal oder Blog. Im deutschsprachigen Raum fällt mir nicht ein einziger ein. Vielleicht kennst du ja noch jemanden, den du empfehlen kannst. Schreib es gerne in die Kommentare.

 

Kodak Portra 400 +1 EV

Mamiya 645 Pro + Sekor C 45mm F/2.8 + Kodak Portra 400 @ ISO 200

 

 

Wie sieht Analogfotografie bei dir aus?

Was hat dich dazu bewogen analog zu fotografieren bzw. dein Interesse für die Analogfotografie geweckt?

Hinterlass’ doch weiter unten Mal einen Kommentar und hänge auch gerne einen Link zu deinen Bildern an, sofern vorhanden. Ich bin gespannt!

Nun gehe ich erstmal in die Küche gehen, irgend einen Podcast anschmeißen und meine jüngst mit der Mamiya RZ67 belichteten Filme entwickeln. In der Hoffnung, dass da das eine oder andere ansehnliche Bild dabei ist, das Platz in meiner Galerie findet.

Und wenn die Bilder schließlich sichtbar aus der Dose kommen, wird mich wieder dieses Wahnsinnsgefühl überkommen. Ganz gleich wie gut die Bilder sind. Es ist ein Kick, den ich jetzt nicht breit treten werde.

Wie sich dieses Mini-Abenteuer anfühlt, musst du schon selbst in Erfahrung bringen.

In diesem Sinne: Go out and shoot some film!

Rebellische Grüße,
Barış

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12 Kommentare

12 Kommentare

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fabio maiaroli 17. Juni 2019 - 13:27

Ein sehr guter Youtube Kanal, der auch viele Videos zur Wartung alter Kameras hat ist der Kanal von Steffen Schüngel der sich schlicht “S.Schüngel” nennt. Auch sehr gut ist “flanell, Kameras & Film”

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Lichtrebell 17. Juni 2019 - 20:32

Danke für deine Empfehlungen, werde ich mir gleich mal anschauen. :))
LG Baris

Antworten
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Dierk 17. Juni 2019 - 19:58

Hi Baris,
bis vor etwa zwei Jahren habe ich noch gesagt, dass ich froh bin, nicht mehr in der Chemie planschen zu müssen.

Heute macht es mir fast Spaß. Zwar nicht die Chemie, die ich dabei verbrauche, aber der ganze Prozess von der Auswahl des Films, der Kamera, der Chemie, der Entwicklung bis zum Digitalisieren!
Wie du am Rande erwähnst: der Augenblick, wenn man den Film nach dem ganzen Prozess zum Trocknen aus der Spule zieht – den kann kein digitaler Prozess bieten!!!

Sei dem hat sich einiges analog-Arsenal bei mir angesammelt:
angefangen mit meiner altern Horizon 202 und einer Galdolfi Variant 4×5″
ist dazu gekommen Hasselblad SWC und 500 C/M, Noblex 135 U Panorama, 6×17 Fotoman Panorama, 6×12 und 6×17 Pinhole Panorama und eine kleine alte Leica CL analog.
Und für dich als Portrait Fotograf: meine Sinar 4×5 habe ich vor kurzem für ein erstes Portrait benutzt, es ist einfach umwerfend!!

Dazu kommt, dass ich fast alle Kameras auch für Infrarot benutze. Dafür nehme ich den Rollei Superpan 200, der gut den IR Bereich abdeckt.

Digitalisieren mache ich fast nur noch mit der Sony A7RII und einem Leica-R 60mm Makro über einer Kaiser Leuchtplatte. Der V800 ist mir einfach nicht zuverlässig scharf genug.

Das ist in Kurzform, womit ich mich von morgens bis morgens leidenschaftlich beschäftige :-))
hier ist ein kleiner Ausschnitt der Ergebnisse
https://www.flickr.com/photos/dierktopp/albums/72157699524088611

VG dierk

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Lichtrebell 7. Juli 2019 - 11:48

Moin Dierk, du hast ja schon paar Jahre mehr auf dem Buckel als ich. Da wirst du sicher auch viele wertvolle Erfahrungen mit der analogen Fotografie gemacht haben! :))

Ich glaub’ Großformat ist nichts für mich, da einfach zu unhandlich und derzeit unvereinbar mit anderen Aspekten meines Lebens. Aber die Zeiten ändern sich, also sage ich nicht niemals. 🙂

Was das Scannen mit dem V800 angeht, da muss man halt die Halterungen auf die optimale Höhe einstellen. Die V850 Pro Halterungen sind zudem auch bei der Planlage verbessert worden, da sie noch eine transparente Schicht haben, die den Film glatt drückt. Vielleicht holst du dir für den V800 einfach die V850 Pro Halterungen, denn mit einer Digitalen Kamera, mit Bayer-Sensor das Filmmaterial abzuknipsen, stiehlt dem Film ja schon die Eigenschaften/Umfang der Farbpalette.

Nick Carver zeigt wie es richtig geht in diesem Video: https://www.youtube.com/watch?v=qtpmlEeJodw

Und hier vergleicht er die diversen Halterungen, sogar mit Flüssig-Scan: https://www.youtube.com/watch?v=mfGKd_AEZtY

Also wenn man es richtig macht, sind die Epson V800 / V850 Pro Scanner schon sehr nah an dem, was man aus einem professionellen Labor bekommt, wo man viel Geld für einen gleichwertigen Scan bezahlt.

Grüße,
Baris

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Rolf 20. Juni 2019 - 18:36

Hi Baris,
Das ist alles hochinteressant! Freue mich deinen Blog gefunden zu haben, den das beantwortet mir viele Fragen! Habe zeitlebens viel fotografiert, bis vor 20 Jahren natürlich analog. Da sind einige interessante Kameras zurückgeblieben, die alle noch funktionsfähig sind und eigentlich wieder auf ihren Einsatz warten. So schöne Kameras wie die Minolta XD7, Canon A1, Minolta Dynax 7, Mamyia ZE-X, Nikon F5….. berühmte Meilensteine der Fototechnik. Da ich dann schon einige solche “Schätzchen” hatte, schielte ich noch zum Mittelformat und konnte eine komplette Ausrüstung Mamyia 650 Pro von einem Berufsfotografen erwerben….. Und nun kribbelt es mich in den Fingern und ich will mal wieder die Geräte zum Leben erwecken. Schließlich war die Analog-Fotografie über 100 Jahre in Einsatz und da steckt eine immense Entwicklung drin. Gerade heute, wo die meisten Jugendlichen keine Kamera mehr kaufen (da Fotografie=Smartphone ist) und den Film nur noch von Hörensagen kennen, ist es wichtig da ein Gegengewicht zu setzen.
Einige Fragen sind beantwortet, was mir noch unklar ist, ist der Scan-Vorgang…. Es werden da drei verschiedene Geräte genannt, andererseits gibt es einen Eintrag im Blog, dass man sich mit “Kaiser Lichtfeld” oder so ähnlich behelfen kann, was natürlich billiger wäre…. Ich möchte eben auch Mittelformat-Negative einscannen und da sollte man doch die beste Auflösung haben, oder?
Danke für eine kurze Antwort.
Nochmals: es ist echt toll was du da an Info zusammengetragen hast!
Viele Grüße von Rolf

Antworten
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Lichtrebell 7. Juli 2019 - 11:27

Hallo Rolf, glückwunsch zu deiner Mamiya 645 Pro. Das ist eine wunderbare Kamera, mit der ich auch schon über 10 Rollen belichtet habe.

Bei den Scangeräten und der Auflösung verhält es sich so:
Für eine kleinere Fläche muss ein höherer Aufwand betrieben werden, um hohe Auflösungen zu erhalten. Das bedeutet das du aus einem 35mm weniger Auflösung bekommst, als aus einem größeren Negativ einer Mittelformat-Kamera.

Ergo: Der Scanner darf etwas schwächere Dichte bei der Ausleuchtung des Films haben. Mit meinem Epson V850 Pro bekomme ich, je nach Größe des Negativs, ca. 21 ~ 36+ Megapixel aus einem Mittelformat-Scan. Und aus einem 35mm Film ca. 6 ~ 9 Megapixel.

Bei den günstigeren Modellen dürften es halt weniger “echte” Megapixel werden, aber wie oft benötigt man denn auch 21 ~ 36 Megapixel? Für den alltäglichen Gebrauch, z. B. für den Print auf A4 reichen schon 6 Megapixel gut aus. Und mit dem günstigsten der drei genannten bekommst du schon mehr als 15 Megapixel echte Auflösung aus Mittelformat Negativen und aus Kleinbild wohl so ca. 3 ~ 5 Megapixel.

Hoffe das hilft und sorry für die etwas späte Antwort. Ist grad Hochsaison mit Aufträgen und war dazu noch im Urlaub. 🙂

Grüße,
Baris

Antworten
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Rolf 11. Juli 2019 - 17:28

Hallo Baris, vielen Dank für deine ausführliche Antwort – Das war wirklich hilfreich. Habe nun meine Mamiya 645 Pro nun mal mit einem Film geladen (das war eine Odyssey, bis ich ein Fotogeschäft gefunden hatte das noch 120er Filme führt). Es macht Spaß, mit der Kamera zu fotografieren und dann erregt einiges Aufsehen. Es ist auch ein besonders schönes Exemplar, war bis vor kurzem noch bei einem Profi im Studio im Einsatz. Ich konnte die ganze Ausrüstung inklusive Objektiven, Prismensucher, MotorDrive usw. erstehen. Die ist auch ein interessentes Objektiv 1:3,8 f= 150 mm mit einem eingebauten ZentralVerschluss. Dazu gibt es eine Kabelverbindung zu Mamiya; beim Auslösen wird nun zuerst der Schlitzverschluss der Kamera geöffnet, anschließend der Zentral Verschluss im Objektiv ausgelöst.
Uns kennen hätte ich noch eine Frage: kann man eigentlich sagen welchem digitalen Bildsensor ein Mittelformat – Bild entspricht, sind das 20, 50 oder noch mehr Megapixel? Habe den Bericht eines Fotografen gelesen, der mit analogen Mittelformat fotografiert weil ihm das digitale Mittelformat zu teuer ist er aber eine Bildqualität von 80 Megapixel benötigt… Kann man das so sagen?

Kann ich zum digitalisieren eigentlich auch die negative abfotografieren? Eine gute Vollformat Digitalkamera (Nikon Z6) auf Stativ stellen, negativ auf einen Leuchttisch – das müsste doch auch eine gute Auflösung ergeben, wenn ich das Negativ bildfüllend fotografiere…. Und dann gibt es sicher noch die Möglichkeit, die negative professionell scannen zu lassen – weißt du, Welches Labor dies zuverlässig und mit guter Qualität ausführt?

Soviel für heute, viele herzliche Grüße vom Bodensee

Antworten
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Lichtrebell 13. August 2019 - 14:17

Hallo Rolf, sorry für die etwas späte Antwort, aber deine Fragen sind auch sehr umfangreich und benötigen Quasi einen eigenen Beitrag. 😉

Mit der 645 Pro hast du eine sehr schöne Kamera erstanden. Das Objektiv mit Zentralverschluss ist speziel für die Arbeit im Studio bzw. mit Blitzen geeignet.

Was die Auflösung angeht, so bezieht sich das wohl auf die Vergrößerbarkeit von Analogem Filmmaterial im komplett analogen Prozess! Beim digitalisieren lassen sich diese hohen Auflösungen/Megapixel schwer erreichen.

Mein Epson V850 Pro liefert auf höchster Einstellung ca. 40 Megapixel aus einem 6×7 Mittelformat-Negativ.
Mehr lässt sich nur mit sehr teuren Geräten im Labor realisieren. Aber welches Labor in Frage kommt, da müsste ich selbst auch recherchieren. 🙂

Wenn du dir keinen guten Scanner wie den Epson V850 Pro, V800 – V700 oder V600 leisten möchtest, dann kannst du auch abfotografieren. Aber am Ende ist das alles eine Frage des eigenen Anspruchs. Ich fände es umständlicher so einen Aufbau irgendwo stehen zu lassen, der dann vorsich hinstaubt. Zudem ist ein guter Scanner Fähiger die Nuancen des Films zu digitalisieren, als der CMOS-Sensor in heutigen Kameras. Aber ein sehr aufwendiges Thema, das vieler Worte und Beispiele bedarf.

Grüße
Baris

Antworten
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Haidvogl 5. März 2020 - 9:49

Ich bin beeindruckt und kann nur sagen, hervorragend! Da hat sich endlich mal jemand wirklich eingehend mit der Analogfotografie beschäftigt!
Mich hat die Analogfotografie nicht erreichen müssen, ich hab zuerst gut 30 Jahre so fotografiert, bis mich dann in den 0er Jahren dieses Jahrtausend die Digitalfotografie erreicht hat. Meine Dunkelkammer (multifunktionales Badezimmer) hab ich zwischenzeitlich aufgegeben.
Bei mir sind es vorallem die F2, F3 und im Mittelformat eine Bronica ETRs, die heute noch zum Einsatz kommen.
Aber, ich habe 1995 eine ähnliche Nostalgiephase durchlebt. Damals hatte ich als Nr1 Kamera eine F4s und ich wollte ein ganzes Jahr lang nur mehr mit Kameras aus den 30er-50er Jahren fotografieren. Also F4s in die Schublade und her mit Ikoflex, Rolleicord und diversen Schraubleicas, sowie meinem damaligen persönlichen Liebling einer M2.
Eine Reise durch halb Europa habe ich damals mit einer Schraubleica, eine IIIa von 1939 mit 50mm Objektiv und Handbelichtungsmesser (in der rechten hinteren Hosentasche die Kamera, links der Belichtungsmesser) gemacht. Und du stellst sehr bald fest, wie wenig der modernen Technik man wirklich braucht um gute Bilder zu machen. Der Fokus steht ganz auf der Bildgestaltung und nochwas, du lernst schnell und richtig Kopfrechnen, wenn man auf die Schnelle Belichtungswerte in entsprechende Zeit/Blendenkombinationen umsetzen will. Auch lernt man die hyperfokale Distanz zu schätzen. Vielfach erfolgte die Schafstellung mehr über die Blende(Tiefenschärfenbereich) als über das Schnittbild im 2.Sucher.

Also wenn Du mal so richtig in die “Urzeit” der Fotografie abtauchen willst, probier das mal aus.

LG von Robert aus Wien

Antworten
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Lichtrebell 5. März 2020 - 10:01

Hallo Robert, danke für deine Einsichten!
Ich habe meine Analoge-Fazination noch Inne, allerdings erlaubt es mir mein Beruf als Blogger und Fotograf, im deutsch sprachigen Raum, nicht so sehr. Leider haben hier viel zu wenig Menschen Interesse an der Analogfotografie. Und das musste ich bitter feststellen. Ich muss über Dinge schreiben, wofür sich die Leute interessieren, um Traffic auf diesem Blog zu bringen. Denn für mich ist der Blog hier zwar eine Herzenssache, aber auch mein Beruf – ein Standbein. Ohne Moos leider nichts los… Allerdings möchte ich nochmal speziell zur Mamiya RZ67 ein Video machen.

Herzliche Grüße nach Wien,
Baris

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Julz 3. Juni 2021 - 23:41

Vielen dank für diesen Beitrag und diesen Blog. Ich bin schon voll gespannt auf den Film den ich gestern im Fotolabor abgeben habe. Nachdem ich etwa 2000 digitale Urlaubsfotos rausgesucht verändert und gelöscht habe hab ich mir gesagt. Nie wieder. das sollen die machen denen das fotografieren Spaß macht. Doch dann hab ich die alte Nikon FG-20 von meinem Vater entdeckt mit nem Schwarz/weiß Film drin. Das wusste ich nur nicht. Die Fotos der Seerose haben mich aber positiv Überrascht und jetzt kann ich mir nichts anderes mehr vorstellen. Ich würde mir gerne eine Nikon FM3A leisten können, die glaub ich die wirklich allerletzte mechanische Kamera ist die noch ohne Batterie fotografiert. Aber die ist leider sehr teuer und im Preisleistungsverhältnis gar nicht so gut wie ich denke? Was meinst du dazu? Wie oben vielleicht bemerkt wurde bin ich (noch) nicht in die Fotografie eingestiegen sondern fotografiere eher zwischen durch mal aus einer Laune heraus und vor allem draußen (Natur/Menschen/Tiere/Stadt). Aber ich beschäftige mich zunehmend mit dieser Form der Fotografie und welche Möglichkeiten es gibt und ich werde hier in Hamburg einen Kurs zum Entwickeln von Schwarz/weiß Fotografien besuchen und dann mal gucken..

Viele Grüße Julz

Antworten
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Lichtrebell 4. Juni 2021 - 12:22

Moin Julz, ich lege dir die Nikon FM2n nahe. Wirklich tolle, sehr robuste, vollmechanische Kamera, mit schönem Auslösegeräusch. Die dürfte man auch noch bezahlbar bekommen. 🙂
LG Baris

Antworten

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