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Sigma 24-35 ART – Umfangreicher Test vs 24 1.4 ART + 35 1.4 ART

written by Lichtrebell 18. Juni 2018
Sigma 24-35 ART Testbericht

Sigma 24-35 ART – Umfangreicher Test vs 24 1.4 ART + 35 1.4 ART

Wenn ich Hochzeiten fotografiere ist es umständlich und manchmal unmöglich, wenn ich zwischen meinem 24mm Objektiv und 35mm Objektiv wechseln muss. Stattdessen muss ich manchmal das 24mm drauf lassen und später in der Nachbearbeitung das Bild beschneiden. Das ist nicht dramatisch, aber auch nicht begrüßenswert. Das Sigma 24-35 ART könnte hier Abhilfe schaffen und sogar zu neuen Möglichkeiten führen. Ich frage mich besonders, ob es in Sachen Bildanmutung, mit den beiden Festbrennweiten mitziehen kann.

Werde ich meine Festbrennweiten gegen das Zoom eintauschen? Dieser Test wird uns diese als auch viele weitere Fragen beantworten.

 

Worauf es mir beim Sigma 24-35 Art ankommt

Mich reizt vorallem die Vorstellung, dass ich nur noch mit zwei statt drei Objektiven auf eine Hochzeit losziehen kann. Sich das Leben leichter machen zu können, ist doch eine feine Sache, oder? Auf einer Kamera hätte ich das 24-35/2 und auf der Anderen das 85/1.4.

Diesem Reiz steht aber meine Vermutung entgegen, dass die Fixbrennweiten die schönere Anmutung aufweisen werden. Und im Zweifelsfall entscheide ich mich für den Bildlook, den ich schöner finde.

 

Bevor der Spaß beginnt

Bevor ich mit dem Sigma 24-35mm F/2.0 ART fotografiere, justiere ich das Objektiv mit dem Sigma USB-Dock auf meinen Body. Das dauert bei einem Zoom-Objektiv etwas länger als bei einer Festbrennweite und so bin ich in einer guten Stunde fertig. In meinem Beitrag, „Sigma Autofokus justieren (effektiv und einfach)“ findest du eine Anleitung wie du den Autofokus gekonnt justierst.

 

Porträt Fotoshooting mit Sigma 24-35 ART vs Sigma 24mm 1.4 ART

Alle Fotos wurden bei Offenblende aufgenommen. Das Sigma 24-35 F/2.0 ART* entsprechend immer bei 24mm und F/2.0 und das Sigma 24mm 1.4 ART* bei F/1.4.

Before: Sigma 24-35 ART
After: Sigma 24/1.4 ART

 

Before: Sigma 24-35 ART
After: Sigma 24/1.4 ART

 

Before: Sigma 24-35 ART
After: Sigma 24/1.4 ART

 

Porträt Fotoshooting mit Sigma 24-35 ART vs Sigma 35mm 1.4 ART

Erneut wurden die Fotos bei Offenblende aufgenommen. Das Sigma 24-35 ART entsprechend immer bei F/2.0 und das Sigma 35mm 1.4 ART* bei F/1.4.

Before: Sigma 24-35 ART
After: Sigma 35/1.4 ART

 

Before: Sigma 24-35 ART
After: Sigma 35/1.4 ART

 

Before: Sigma 24-35 ART
After: Sigma 35/1.4 ART

 

Workflow Unterschiede – Sigma 24-35 ART vs Festbrennweiten

Sigma 24-35 ART

Sigma 24-35 Art @ 32mm – F/2.0

 

Da ich daran gewöhnt bin mit Festbrennweiten zu arbeiten, nutze ich auch das Zoom sehr ähnlich und wähle meistens eine Brennweite vor. Schließlich fiel mir auf, dass der Zoomring etwas leichtgängig ist und sich schonmal ungewollt verstellen kann. Für so Typen wie mich, die normalerweise mit Festbrennweiten arbeiten, ist das schon etwas nervig. Wie herrlich wäre eine Einrastfunktion.

Bei fehlendem Bewegungsfreiraum oder unerwarteten Aktionen, hat mir das Sigma 24-35 ART definitv meine Arbeit erleichtert, denn nicht immer kann ich weiter zurück oder die Zeit ist einfach nicht gegeben. So bietet mir das Zoom entgegenkommende 24mm an, auf die ich jederzeit zurückgreifen kann.

Gelegentlich habe ich auch den Brennweitenbereich des Zooms abgefahren, während ich Rückwärts lief, um das auf mich zulaufende Brautpaar zu fotografieren. Bei dem gelegentlichen Durcheinander einer Hochzeit oder einer Reportage im Allgemeinen, ist es auch nicht möglich, stets optimal zu stehen.

Wenn ich stattdessen mit einer Festbrennweite arbeite und mir nicht sicher bin, ob mein 35/1.4 ART weitwinklig genug sein wird, nehme ich das 24/1.4 ART. Falls notwendig, beschneide ich das Bild im Nachhinein auf den gewünschten Bildausschnitt.

Merke:

Es ist zu bedenken, dass 24mm eine andere Verzerrung der Bildkanten hat als 35mm. So würden wir bei 24mm, die Kamera weiter nach unten ausrichten als bei 35mm, um stürtzende Linien (Wikipedia) zu vermeiden. Wenn wir also aus einem 24mm Bild, das Bildfeld einer 35mm Brennweite rausschneiden würden, so wäre der Aufnahmewinkel deutlich verändert. Dementsprechend wird das Cropverfahren, also das nachträgliche Beschneiden eines Bildes, nie die gleichen bzw. bestmöglichen Ergebnisse liefern. Hier hat das Zoom die Oberhand. Viele sprechen nur vom Verlust an Megapixeln, wobei das meiner Meinung nach das schwächste Argument ist.

Zudem wirkt sich der Kompressionsunterschied ebenfalls auf den Hintergrund und somit das Gesamtbild aus. Denn mit der veränderten Brennweite passen wir ja oft auch unseren eigenen Standpunkt an. Letzeres bei dem kurzen Brennweitenbereich eher gering, aber dennoch eine Erwähnung wert. Dafür habe ich folgend eine Brennweitenreihe mit diversen Beispielen für dich zusammengestellt.

Falls das Fachchinesich für dich ist, wirst du nach meinem Beitrag, „Die richtige Porträt Objektiv Brennweite auswählen“ um einiges schlauer.

 

Brennweitenreihe

Sehen wir mal, wie groß der Unterschied zwischen 24mm, 28mm und 35mm sind.

Folgend habe ich versucht, den Maßstab des vorderen Warnlichts gleich zu halten. Das zeigt uns vorallem, wie die Kompression zwischen den Brennweiten variiert. Obwohl der Brennweitenbereich relativ klein ist, tut sich doch so einiges im Bild:

24mm

Sigma 24-35 ART-Blendenreihe-7

28mm

Sigma 24-35 ART-Blendenreihe-8

35mm

Sigma 24-35 ART-Blendenreihe-9

Findest du nicht auch, dass das Warnlicht bei 35mm am besten zur Geltung kommt?

Und jetzt mal zwei weitere Beispiele, ohne meinen Standpunkt zu wechseln:

24mm

Sigma 24-35 ART-Blendenreihe

28mm

Sigma 24-35 ART-Blendenreihe-2

35mm

Sigma 24-35 ART-Blendenreihe-3

 

24mm

Sigma 24-35 ART-Blendenreihe-4

28mm

Sigma 24-35 ART-Blendenreihe-5

35mm

Sigma 24-35 ART-Blendenreihe-6

 

Jetzt solltest du ein Gefühl für den Brennweitenbereich des Zooms bekommen haben.

 

Das „Schafe“ Porträt

Bei diesem und den folgenden Schafsbildern, habe ich aus den RAW Bildern rausgeholt was harmonisch rauszuholen ist. Also Dynamikumfang erhöht, Dezent nachgeschärft, Luminanzen über HSL angeglichen sowie Lokal die Schattenseite erhellt und Kontraste angepasst. Ein bisschen Spaß muss sein…

Sigma 24-35 Art @ 25mm - F/2.0

Sigma 24-35 Art @ 25mm – F/2.0

Hier noch ein kleines Making-Of.Baris-fotografiert-Schaf

Gegenlichtverhalten

Bei meinen Gegenlichtaufnahmen, mit Offenblende, konnte ich keinen Kontrastabfall oder signifikante Blendenflecke (lens flare) bzw. Schleier (ghosting) entdecken.

Schauen wir aber genauer hin, werden wir Blendenflecke finden. Doch hätte ich diesen Blogbeitrag nicht geschrieben, wäre mir dieser Blendenfleck wirklich nicht aufgefallen. Ich habe gesucht und gefunden. 😉

Sigma 24-35 ART lensflare crop

Da ich hier einen gleichmäßigen Hintergrund habe, kann ich den Blendenfleck mit wenigen Klicks rausstempeln. Aber es gibt auch Motive, wo das nicht so einfach ist. Dennoch habe ich hier zwei weitere Bilder, auf denen ich nur sehr schwer einen Blendenfleck finden kann. Zu bedenken ist aber, dass bei weiterem Abblenden, auch die Blendenflecke auffälliger werden.

Beachtlich finde ich den Autofokus, der trotz starkem Gegenlicht und Bewegung meiner Motive, eine solide Leistung abliefert. Daher gebe ich dem Gegenlichtverhalten des Sigma 24-35 ART eine gute Note für diese Disziplin und stufe Gegenlicht als unproblematisch ein.

 

Bearbeitung der Bilder (Eigenwerbung)

Falls dir die Bearbeitung meiner Bilder gefällt, verweise ich in Eigenwerbung auf meine Lichtrebell Preset Collection, womit du sofort den gleichen Farblook wie in meinen Bildern erhältst. Diese Presets sind nicht, wie so viele andere Presets, einfach dahin geklatscht. Es steckt viel Arbeit, Wissen und tausende Bilder an Optimierung darin. Mit diesen Presets sind alle Bilder auf diesem Blog entstanden.

Komplettes_Preset_Paket-2

Mein aktuelles Equipment findest du auf meiner Equipment Seite.

 

Blende F/1.4 nicht immer möglich

Es ist ein wolkenloser Tag an der Ostsee und die Sonne lacht Schadenfroh auf die Hochzeitsgesellschaft herab. So ist es mir nicht möglich bei F/1.4 zu fotografieren, da sonst die Highlights auf dem Brautkleid, der Haut oder im Himmel ausbrennen. Das Problem liegt stärker an meiner Nikon D750, die „nur“ eine Verschlusszeit von maximal 1/4000 zulässt. So muss ich auf F/2.0~2.8 abblenden, damit die Höhen nicht ausbrennen. Mit einer Kamera wie der Nikon D810 (Amazon Deals), die 1/8000 sowie ISO64 zulässt, ist das jedoch kein Problem mehr.

 

Bokeh Test vom Stativ

Wozu dieser Test, wenn ich sowieso schon den Porträt Test gemacht habe?

Weil die Aufnahmen vom Stativ, auf ein unbewegtes Motiv, gänzlich unverfälschte Ergebnisse zeigen. Bei meinen Porträt Tests kann der Aufnahmewinkel oder die Aufnahmehöhe minimal verändert sein. Zwar wird sich dieser Mü an Unterschied nicht groß auf das Bild auswirken, aber ich möchte ja einen möglichst Transparenten Vergleich anstellen. Nach dem Test vom Stativ gibt’s halt keine Ausreden mehr.

Vergleich die Bilder zunächst für dich selbst, bevor du weiter unten meinen Senf dazu liest.

Es treten alle drei Objektive bei Offenblende gegeneinander an und anschließend blende ich die Festbrennweiten auf F/2.0 ab. Die Vergleichsaufnahmen mache ich von der gleichen Position und wechsle dabei nur vorsichtig die Objektive auf der Kamera.

Before: Sigma 24-35 ART @24mm + F/2.0
After: Sigma 24/1.4 ART @ F/1.4

 

Before: Sigma 24-35 ART @24mm + F/2.0
After: Sigma 24/1.4 ART @ F/2.0

 

Before: Sigma 24-35 ART @35mm + F/2.0
After: Sigma 35/1.4 ART @ F/1.4

 

Before: Sigma 24-35 ART @35mm + F/2.0
After: Sigma 35/1.4 ART @ F/2.0

 

Mein Senf zum obigen Test

Auf den ersten Blick erkenne ich nur marginale Unterschiede im Bokeh. Sehe ich genauer hin, wird mir bewusst, dass das 24-35 ART einen höheren Kontrast, als auch eine höhere Klarheit im Bokeh hat. Egal ob bei 24mm oder 35mm. Dadurch wirkt das anfokussierte Motiv weniger freigestellt.

Selbst wenn beide Objektive auf F/2.0 eingestellt sind, erkenne ich bei den Festbrennweiten eine sanftere Anmutung. Fast als ob noch ein Schleier über die unscharfen Bereiche gelegt wäre. Schau dir doch mal die Blätter links vorne bei 35mm an, wo wir beim Sigma 24-35 ART noch die Maserung erkennen können. Oder die einzelnen Bokehkreise im Hintergrund, wo die Festbrennweiten selbst bei gleicher Blende, größere Kreise zeichnen.

 

Verzeichnung bzw. Bildfeldwölbung

Die Verzeichnung des Sigma 24-35 ART auf kurzer Distanz ist schon sehr auffällig. Jedoch lässt sich das „Problem“ mit nur einem Klick in Adobe Lightroom lösen. Oder kannst du auf den bisherigen Bildern erkennen, welches Objektiv mehr verzeichnet? Nein? Dacht ich’s mir, denn die automatische Profilkorrektur hat sie bereits alle heimgesucht! Deshalb möchte ich in diesem Test keine große Sache daraus machen und gehe nicht weiter darauf ein.  😉

 

Mittige Schärfe bei 35mm

Generell ist die Schärfe des Sigma 24-35 Art den Festbrennweiten ebenbürtig, bei 24mm teilweise sogar überlegen. Jedoch halte ich die Unterschiede für verschwindend gering und so ist die Schärfe für mich kein für oder gegen Argument bei allen drei Objektiven. Für mich zählt der Gesamteindruck.

Vorerst möchte ich dir das Ausgangsbild zeigen, aus denen die darauf folgenden 100% Ausschnitte gemacht sind. Der Fokus liegt in der Mitte des Geldscheins, zwischen dem Torbogen und der Zehn:

Sigma 35 ART schärfe-mitte-f-1.4-voll

Offenblende F/2.0 vs F/1.4

Before: Sigma 24-35 ART @35mm + F/2.0
After: Sigma 35/1.4 ART @ F/1.4

 

Beide auf F/2.0

Before: Sigma 24-35 ART @35mm + F/2.0
After: Sigma 35/1.4 ART @ F/2.0

 

Beide auf F/2.8

Before: Sigma 24-35 ART @35mm + F/2.8
After: Sigma 35/1.4 ART @ F/2.8

 

Mittige Schärfe bei 24mm

Zunächst wieder das Ausgangsbild. Der Fokus liegt wieder in der Mitte des Geldscheins, zwischen dem Torbogen und der Zehn:

Sigma 24 ART schärfe-mitte-voll

 

Offenblendig – F/2.0 vs F/1.4 bei 24mm

Before: Sigma 24-35 ART @24mm + F/2.0
After: Sigma 24/1.4 ART @ F/1.4

 

F/2.0 bei 24mm

Before: Sigma 24-35 ART @24mm + F/2.0
After: Sigma 24/1.4 ART @ F/2.0

 

F/2.8 bei 24mm

Before: Sigma 24-35 ART @24mm + F/2.8
After: Sigma 24/1.4 ART @ F/2.8

 

Schärfe auf den äußeren Dritteln bei 24mm

Diesmal liegt der Fokus auf den Sternen und Kreisen auf der linken Seite des Geldscheins.

Before: Sigma 24-35 ART @24mm + F/2.0
After: Sigma 24/1.4 ART @ F/1.4

 

Before: Sigma 24-35 ART @24mm + F/2.0
After: Sigma 24/1.4 ART @ F/2.0

 

Before: Sigma 24-35 ART @24mm + F/2.8
After: Sigma 24/1.4 ART @ F/2.8

 

Bei meinen Tests macht das Sigma 24-35 ART die beste Figur bei 24mm Brennweite und kann bis F/4.0 die Festbrennweite in Punkto Randschärfe eindeutig abhängen. So ist das Zoom bei 24mm und bis F/4.0 schärfer als meine Festbrennweite. Bei F/5.6 hat das Sigma 24-35 ART noch ein Mü die Nase vorne. Aber ab Blende F/8.0 ist der Drops gelutscht, denn die Schärfe ist ziemlich ausgeglichen:

Before: Sigma 24-35 ART @24mm + F/8.0
After: Sigma 24/1.4 ART @ F/8.0

 

Fazit

Workflow und Spaßfaktor

Beim fotografieren, bringen mir alle drei Objektive großen Spaß. Es gibt da einfach keinen Gewinner. Beim Zoom gefällt mir am meisten, dass ich praktisch 3 sehr coole Brennweiten in einem Objektiv habe. Meistens habe ich sogar 28mm Brennweite benutzt, weil es mir im Alltag praktischer erschien als 24mm.

Auf meiner letzten Hochzeitsreportage habe ich das Sigma 24-35 ART für neun Stunden im Einsatz. Während ich die Hochzeit fotografiere bin ich schon ziemlich angetan von den Vorzügen des Zooms und denke tatsächlich darüber nach, zumindest eine der Festbrennweiten gegen das Zoom einzutauschen.

Zunächst tendiere ich dazu, dass Sigma 24mm 1.4 ART* zu verkaufen, da ich davon ausgehe, dass ich das 24er weniger als das 35er für Portraits einsetzen werde. Ich hatte es sogar schon bei Ebay inseriert! Aber nach meinen Porträt Tests sieht die Sache schon wieder anders aus und ich bekomme sogar das Verlangen, mein 24er regelmäßiger für sowas einzusetzen:

Sigma 24mm ART Porträt Portrait

Nikon D750 + Sigma 24/1.4 ART bei F/1.4

 

Dementsprechend ist mein Ebay-Inserat wieder gelöscht. 😉

 

Anmutung bzw. der Bild-Look

Beim Sichten der Porträt Beispiele, ist mir klar geworden, was ich wirklich will. Ich verspüre, dass die Objektive die Bildsprache stärker mitbeeinflussen, als ich zunächst vermute. Letztendlich komme ich zur Erkenntnis, dass ich die Harmonie meiner Bildsprache nicht für den Komfort des Zooms opfern möchte.

Es geht zwar um Nuancen aber um ehrlich zu sein, sind diese Nuancen der Grund, warum ich überhaupt beim Vollformat gelandet bin. Vielleicht bin ich auch der Einzige dem diese Nuancen auffallen (einbilden?), aber selbst dann wäre es mir das Wert. Ich bin ein Bokeh-Fetischist und kann mich nicht dagegen wehren, sorry! 😉

Sigma 24-35 ART

Sigma 24-35 ART – 28mm – F/2.0

 

Werde ich das Sigma 24-35 ART behalten?

Das Sigma 24-35mm F/2.0 ART*  hat mich wirklich überrascht, denn es zieht in fast allen Belangen mit meinen Festbrennweiten mit und verschafft mir durch seinen Brennweitenbereich mehr Einsatzmöglichkeiten. Ich habe noch nie ein solch gutes Zoom-Objektiv erlebt! Ich meine in allen Belangen, weil du vielleicht die Anmutung des Zooms bevorzugst. Da würde mich wirklich interessieren, was du so darüber denkst. Vielleicht nimmst du dir kurz die Zeit und hinterlässt deine Gedanken dazu in den Kommentaren?

Wenn ich könnte, würde ich am liebsten alle drei Objektive behalten und mich an den Vorzügen des jeweiligen erfreuen. Aber für mich überwiegen die Aspekte des persönlichen Geschmacks und des wirtschaftlichen Nutzens. Deshalb trenne ich mich schweren Herzens vom Sigma 24-35 ART. Dennoch bin ich mir sicher, dass ich es an mancher Stelle bereuen werde. Ich habe innerhalb von 21 Tagen, die Agilität, Schärfe und den künstlerischen Anspruch des Sigma 24-35 ART sehr zu schätzen gelernt. Zumal das Zoom-Objektiv, die für mich wichtigsten Brennweiten für die Reportage-Fotografie abdeckt.

Falls du das Sigma 50mm 1.4 ART* besitzt und es sehr gerne einsetzt, dann wirst du das Sigma 24-35mm ART vermutlich lieben, denn die beiden rendern das Bild sehr ähnlich und ergänzen sich, aus meiner Sicht, wie Bonnie und Clyde!

Ich werde vorerst bei meinen altbewährten Objektiven bleiben und hoffe, dass du nach diesem Test, die richtige Kaufentscheidung für dich fällen kannst.

Bis bald,
Barış

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4 comments

Johanna 18. Juni 2018 at 16:43

Ein wunderschöner Bericht. Vielen Dank.

Das einzige, was fehlt, sind ein paar Bilder (Porträts) bei 28mm. Denn das ist die dritte Brennweite der drei. Und vielleicht die Interessanteste.

Das Fazit würde ich – nach deinen Bildern geurteilt – ein wenig anders ziehen. Bei 24mm hat das Zoom für mich die Nase vorn. Das hat zwar eine Blende weniger als die Festbrennweite, aber das fällt kaum ins Gewicht, da das Zoom in meinen Augen das schönere und angenehmere Bokeh hat (sowohl bei 1,4 vs. 2,0 als auch bei 2,0 vs. 2,0). Bei 35mm sieht’s anders aus.

Reply
Lichtrebell 19. Juni 2018 at 22:49

Hi Johanna, danke für deine Meinung dazu. Ich glaube ich sehe was du meinst im Bokehvergleich, aber auch den bereits im Text beschriebenen *Schleier* *glooming* oder wie wir das nennen wollen beim 24/1.4. Die Portätierte hat, wie ich finde einen gewissen POP bei der Festbrennweite, die beim Zoom schneller weniger wird, umso größer die Distanz zum Motiv ist.

Was versprichst du dir von Porträt Bildern bei 28mm ohne einen Vergleich?

LG
Barış

Reply
Oliver Weigel 17. Juli 2018 at 7:24

Ha Baris, (sorry, keine Ahnung wie ich den den kleinen Zipfel an das s unten dran krieg)
ich fand Deinen Bericht sehr interessant. Da ich ausschließlich Festbrennweiten nutze und meine Weiteste das 35er Art ist, war für mich auch der unmittelbare Vergleich zwischen 24,28 und 35 sehr spannend.
Mir scheint, daß die Offenblende bei diesen Brennweiten erst ab einer gewissen Distanz in der Bildwirkung so richtig zum Tragen kommt (ich liebe das Bild mit der Kleinen und dem Stohhalm, hinreissend! denke f2,8 hätte da auch keinen Abbruch getan)
Aber wie Du so treffend gesagt hast: es sind die Nuancen in der Bildanmutung auf die es für einen selbst ankommt! Da hängt man schon mal ´ne viertel Stunde in der Nachbearbeitung bei einem Bild dran um irgendwas, das man vor seinem inneren Auge in der Aufnahme sieht, rauszuholen…. Auch wenn es der Kunde nicht bewußt wahrnimmt.
Natürlich nicht bei allen Bildern die zum Beispiel für eine Hochzeit gemacht werden, klar!
Ich hatte neulich eine Tagung mit Workshops und zum Teil parallel stattfindenden Vorträgen abzulichten und mir da geschworen: ein Zoom kommt her! Geht Inhalt und Look in Richtung Reportage macht das wohl Sinn. (Für so weiniger „emotionale“ Events denke ich an´s neue Tamron 28-75, f2,8)
Interessant auch Dein Hinweis auf Kontrast als einer der „Bestandteile“ der Freistellung. Eben dieser lässt sich in der Nachbearbeitung dann doch mal „nachreichen“, falls es der Linse ein weinig daran fehlt.
Beim Bokeh dagegen machste nichts! Und wer nunmal auf Offenblende steht (ich auch, schuldig im Sinne der Anklage) muß da eben nehmen was IHM gefällt.
„Farbrendering“: mit Presets und darauf basierendem Feintuning „macht man“ da ja ohnehin einiges. Muß die Linse nicht zwangsläufig so sehr mitbringen.
Schärfe: ich mache viel Portraits. Je näher man ran geht desto weniger brachial scharf muß/soll das Objektiv sein (Otus 85 und dann aber die „Chinadoll-Maske“ des Grauens draufgeklatscht damit das Ganze schön Fernsehzeitungstitelblatt aussieht, BRRRRR)
Anders sieht das schon mit einem gewissen Abstand aus! Da macht die Schärfe auf dem Hauptmotiv (so gewünscht) in der gesamten Bildbalance schon was aus finde ich! (Stichwort Bildwirkung Mittelformat)
Abschließend halte ich es da mit Dir (respektive was ich für mich rausgehört habe): jeder muß für SICH SELBST rausfinden welche Anmutung, welche Eigenschaften er von seiner Ausrüstung braucht. Und da sind solche Vergleiche wie Du hier einen angestellt hast richtig gut!!
Liebe Grüße
Oliver

Reply
Lichtrebell 17. Juli 2018 at 12:48

Hi Oliver, (haha, ich mach gerne copy + paste wg. der Buchstaben, aber auch ohne Tütelchen bzw. mit i-Punkt, kein Problem. ;-))
Ich arbeite ja mit zwei Kameras. Meist mit 35/1.4 + 85/1.4 – da kann ich mir das Zoom sparen, gebe aber deutlich an Komfort auf bzw. trage mehr Gewicht am Körper. Aber die Möglichkeit, auf F/1.4 zu gehen, ist einfach nicht wegzudenken für mich.
Genau, im Nahbereich sind die Unterschiede zwar da, aber noch nicht ganz so auffällig wie auf mittlere Distanz. Bei Porträts schon ab Halbkörper ersichtliche Unterschiede. Was die Schärfe bei Kopfporträts angeht, können wir mit dem richtigen Licht weitaus mehr Unterschied erhalten, als mit irgend einer Linse der Welt.
Im Endeffekt sind alle unsere Entscheidungen für oder gegen ein Teil doch immer Kompromissbehaftet, da möchte ich mich mit meinem Geschmack und Art des Arbeitens nicht aus dem Fenster lehnen. 😉
Freut mich das dir der Beitrag gefallen hat und danke für deinen tollen Kommentar insgesamt!
Herzliche Grüße
Baris (siehste, hab selbst nicht immer bock auf copy + paste, haha)

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