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Mikrofon Test / Review – Rode Procaster vs. Electro Voice RE320 vs. Shure SM7B

written by Lichtrebell 8. Juni 2016

Mikrofon Test / Review –  Rode Procaster vs.  Electro Voice RE320 vs. Shure SM7B

 

Für mein YouTube Kanal habe ich ein dynamisches Sprechermikrofon gesucht. Getestet habe ich das Rode Procaster, das Electro Voice RE320 und das Shure SM7B. Warum nicht auch gleich ein Video dazu machen? 😉

 

Einleitung

Da man diese dynamischen Mikrofone mit XLR-Kabel, nicht direkt an den Computer anschließen kann, benutze ich hier das Focusrite Scarlett Solo Interface, welches ich ganz einfach per USB anbringe. Zwischen das Interface und das Mikrofon stecke ich noch einen Triton FetHead Mikrofon-Vorverstärker. Das bringt mir weitere  +20 rauschfwreie Dezibel und hilft dem Interface mit dem verstärken des Mikrofonsignals. Das jeweilige Mikrofon hängt an einem RODE PSA1 Gelenkarmstativ.

!!! Vorsicht beim FetHead gibt es verschiedene Varianten. Der FetHead benötigt die Phantomspeisung, also extra Power durch das Interface, jedoch darf es diese extra Power nicht an das Mikrofon weiterleiten. Für dynamische Mikrofone braucht ihr daher den FetHead, der die Phantomspannung nicht an das Mikrofon weiterleitet, denn dynamische Mikrofone funktionieren ohne extra elektrischen Strom!!!

 

Wozu ein dynamisches Mikrofon

Meine Aufnahmeumgebung ist nicht unbedingt die ruhigste. Genau dafür sind die dynamischen Mikrofone bestens geeignet, denn sie nehmen sehr wenige bis gar keine Umgebungsgeräusche auf. Man muss sehr nah an das Mikrofon heran, damit es die Stimme mit schön viel Wums und Klarheit aufnimmt.

Es ist bei allen Mikrofonen zwar dasselbe, dass die Nähe zum Mikrofon die Lautstärke ausmacht, jedoch ist dieses Verhalten bei dynamischen Mikrofonen besonders ausgeprägt.

 

Ausstattung und Merkmale

 

Shure SM7B

Bei allen drei Mikrofonen bekommst du wofür du bezahlst. Das spiegelt sich vor allem in der Ausstattung der Mikrofone wieder. Damit meine ich nicht nur was sonst noch an Zubehör mitgeliefert wird, sondern auch die Einstellungsmöglichkeiten die ihr direkt an den Mikrofonen vornehmen könnt.

Das Shure SM7B wird mit zwei Pop-Filtern geliefert, einem normalen und einem stärkeren. Es hängt bei Lieferung bereits in einer Mikrofonschaukel die man an einem Mikrofonständer bzw. -arm wie
z. B. dem RØDE PSA-1 montieren muss.

Es hat außerdem noch die Möglichkeit den Bass sowie auch die Höhen direkt am Mikrofon zu verstellen, was äußerst praktisch ist um die perfekte Einstellung für die eigene Stimme zu finden. Genau genommen gibt es eine Bass-Rolloff Funktion, mit der ihr den Bass verringern könnt, sowie auch eine Presence Boost Einstellung. Letzteres sorgt für noch mehr Präsens der eigenen Stimme.

Mein Eindruck zum Shure SM7B: Mit eingeschaltetem Presence Boost ist es so, als wäre die aufgenommene Stimme, von einer realen Person in diesem Raum und nicht nur wie Sound aus den Boxen. Außerdem ist das Klangbild sehr rund und warm. Das gefällt mir sehr gut und ich muss ehrlich gestehen, ich bin schon ein wenig fasziniert. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sage, aber ich höre meine Stimme echt gerne, wenn sie durch dieses Mikrofon aufnehme.

 

ElectroVoice RE320

Das Electro Voice RE320 kommt mit einer soliden Metallhalterung, in einer wertigen, gut gepolsterten Aufbewahrungstasche.

Als zusätzliche Einstellungsvariante gibt es einen Kickdrum-Switch, was bestimmte Frequenzen für Kick-Drums in den Tiefen und in den Höhen betont. Es wird auch kein externer Popfilter mitgeliefert. Dafür hat es einen integrierten Popfilter, welcher auch solide wenn auch nicht perfekt seinen Dienst verrichtet. Ich habe hier den großen Popfilter vom Shure welchen ich probehalber für die Audio-Beispiele auf den RE320 setzen werde. Aufgrund dessen, dass man die Charakteristik verstellen kann, wird das RE320 als Mikrofon mit zwei Persönlichkeiten beworben.

Mein Eindruck zum Electro Voice RE320:  Durch den Kickdrum-Switch erhaltet ihr eine weitere Aufnahmecharakteristik. Bei Sprache wird ein bestimmter Frequenzbereich in den Tiefen beschnitten und die Höhen erhalten etwas mehr Klarheit. Das mag zu manch einer Stimme sogar besser passen, als die normale Einstellung. Für meine Stimme favorisiere ich tatsächlich die Kickdrum-Einstellung. Denn ich empfinde die Aufnahme der Tiefen meiner Stimme, in der Normaleinstellung, zu stark. Dennoch bin ich bei diesem Mikrofon mit der Aufnahme meiner Stimme nicht 100%ig zufrieden, weil das Mikrofon hat in beiden Einstellungen seinen eigenen Sound und gibt meine Stimme nicht so wie ich mich selbst höre wieder. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass das Mikrofon für die eine oder andere Stimme genau das richtige ist.

 

RØDE Procaster

Das Rode Procaster bringt keine gesonderten Einstellungsmöglichkeiten mit sich. Geliefert werden nur das Mikrofon und die Halterung für den Mikrofonarm. Auch das Procaster hat einen integrierten Popfilter. Jedoch ist ein externer Popfilter sehr zu empfehlen. Für mich jedoch kein Minuspunkt, denn einen externen Popfilter würde ich wahrscheinlich bei allen Mikrofonen benutzen um eine rundere und wärmere Stimme aufzunehmen.
Mein Eindruck zum RØDE Procaster: Das Rode Procaster liefert einen ordentlichen Sound. Es hat eine etwas tiefenbetonte Charakteristik, aber dennoch empfinde ich meine Stimme durch dieses Mikrofon als klar und recht natürlich. Mir gefällt es besser als das Electro Voice RE320. Es nimmt aber die Umgebungsgeräusche etwas lauter als die anderen hier getesteten Mikrofone auf. Das Tippen in die Tastatur kann ich bei allen drei Mikrofonen hören, jedoch ist das Rode Procaster das einzige wo man die Vibrationen die beim Tippen in die Tastatur entstehen in der Aufnahme hören kann. Das ließe sich aber mit der optionalen Spinne Rode PSM1 vermeiden, denn dadurch wird das Mikrofon vom Gelenkarm entkoppelt und die Vibrationen, die durch mein Tippen in die Tastatur entstehen, kommen beim Mikrofon nicht mehr an. Ich müsste also nochmal 44,- EUR für eine Spinne und weitere 16,- EUR für den Popfilter RODE WS2 investieren. Das würde das Mikrofon erst nutzbar für mich machen. Womit das Mikrofon praktisch nicht mehr 149,- EUR sondern insgesamt 209,- EUR kostet. Dafür bekommt ihr für 209,- EUR einen wirklich sehr guten, recht natürlichen und kristallenen Klang aus dem Procaster.

 

Hörbeispiele


Rode Procaster ohne Popfilter

Rode Procaster mit extra Popfilter

Electro Voice EV320 mit Shure A7WS Popfilter und beiden Einstellungen
Electro Voice EV320 mit Shure A7WS ohne Popfilter und der normalen Einstellung

Shure SM7B mit dem A7WS Popfilter und der normalen flat-Einstellung
Shure SM7B mit dem A7WS Popfilter und der presence boost Einstellung
Shure SM7B mit dem A7WS Popfilter und der presence boost + bass roll off Einstellung
Shure SM7B mit dem A7WS Popfilter und der bass roll off Einstellung

 

Fazit

Wir haben hier drei Mikrofone aus verschiedenen Preisklassen und obwohl sie unterschiedlich viel kosten haben alle drei ein unschlagbares Preis/Leistungsverhältnis.

Mit 149,- EUR kommt das RØDE Procaster als das Günstigste der drei. Jedoch verursachte das Tippen in die Tastatur durch den Gelenkarm, dass am Tisch befestigt ist, hörbare Vibrationen in der Aufnahme. Aber mit der passenden Spinne und einem Popschutz mutiert das Procaster zu einem wirklichen guten Performer. Mit dem essentiellen Zubehör kostet das Rode Procaster gut angelegte 209,- EUR.

Die goldene Mitte bietet das Electro Voice RE320. Auch hier empfehle ich einen zusätzlichen Popschutz und so kommen wir auf rund 300,- EUR für dieses Baby. Wer eher eine ruhige Stimme hat und einen EQ-Boost gut vertragen kann oder zu viel Bass in der Stimme sein eigen nennt, sollte sich mit diesem Mikrofon mal auseinandersetzen.

Zu guter Letzt kommen wir zum Shure SM7B. Wenn man sich im Netz etwas über dieses Mikrofon informieren möchte, stößt man gleich darauf, dass Michael Jackson sein Thriller-Album mit diesem Mikrofon aufgenommen hat. Es nimmt die Stimme wirklich homogen auf und verleiht ihr eine gewisse Nähe. Es ist wie mittendrin statt nur dabei. Mit 390,- EUR ist es zwar preislich über den anderen beiden angesiedelt, bietet jedoch gleich zwei Popfilter und vier verschiedene Betriebsmodi.

Am Ende kommt es auf eure eigenen Präferenzen an. Für mich gewinnt hier das Shure SM7B, da es am besten zu meiner Stimme passt und dem Zuhörer in seiner Presence-Boost Einstellung eine gewisse Nähe zur Stimme gibt.

Ja, das war’s!

Ich hoffe dieser Vergleich hat dir gefallen. Welches der drei Mikrofone hat sich am besten für dich angehört? Habe ich deiner Meinung nach die falsche Entscheidung getroffen? Schreibs mir in die Kommentare.

Der Lichtrebell sagt ciao, bis zum nächsten Video!

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1 comment

Lichtrebell 8. Juni 2016 at 23:37

Falls Du etwas auf dem Herzen hast, dann schreib mir hier in die Kommentare.

Rebellische Grüße,
Baris

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