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Mein schneller und einfacher Lightroom Panorama Workflow

written by Lichtrebell 1. Februar 2017

Mein schneller und einfacher Lightroom Panorama Workflow

In diesem Tutorial möchte ich dir die Lightroom Panorama Funktion näher bringen und auch gleich Tipps geben, wie du schnell und einfach die besten Resultate aus der Hand erzielst. Also ohne Stativ oder Nodalpunkt Adapter.

 

Begriffsklärung – Panorama

Ein Panorama ist ein Bild, das aus mehreren Fotos zusammengesetzt wurde. Panorama-Techniken werden eingesetzt, wenn wir mehr fotografieren möchten, als uns ein Einzelfoto ermöglicht. Grund dafür ist z.B., dass unsere Kamera-Objektiv-Kombination nicht die gewünschte Fläche mit nur einem Foto abdecken kann. Folgend eine Veranschaulichung mit 23 Einzelfotos. Sie werden nahtlos zusammengenäht und ergeben dann ein Panorama. Die Anzahl der Einzelbilder bestimmst du selbst, bzw. wählst eine Bildanzahl passend zu deinem Motiv.

Lightroom-Panorama-Brenizer-Methode

23 Einzelaufnahmen – Lightroom Panorama – Die Brenizer Methode mit Lightroom

 

 

Warum Lightroom für Panoramen?

Ich mache mir mein Leben gerne einfach und spare mir Zeit und Nerven. Panoramen mit Lightroom zu erstellen geht nicht nur schnell und bequem, sondern ermöglicht auch eine Rohdatei (.dng) zu erhalten. Das Stapeln und archivieren der einzelnen Rohdaten ist dann nicht mehr notwendig. Es bleibt eine Rohdatei des ganzen Panoramas für uns. Die Panorama-Rohdatei ist nicht nur super für die Bildbearbeitung, sondern auch die perfekte Basis für externe Programme wie Photoshop.

Es ist so einfach: Die gewünschten Fotos für das Panorama markieren -> Rechte Maustaste auf eins der Fotos -> Zusammenfügen von Fotos -> Panorama -> fertig!

Andere Programme geben dir eine .tiff oder .psd Datei raus, halt keine Rohdatei mehr und nehmen zusätzlich noch mehr Speicherplatz in Anspruch.

Lightroom Panorama Tutorial

Die Vor- und Nachteile der Lightroom Panorama Funktion.

Wie jedes Programm hat auch Lightroom seine Vor- und Nachteile. Als jemand der hauptsächlich mit Lightroom arbeitet, kommt die Panorama-Funktion von Lightroom CC als Dreingabe.

Vorteile:

  • Rohdatei als Ausgangsmaterial (.dng)
  • Kein Programmwechsel notwendig, falls sowieso Lightroom genutzt wird
  • Effektiv für einreihige Panoramen und mehrreihige Panoramen
  • Ich stitche auch alle meine Bokehpanoramen bzw. Brenizer mit Lightroom
  • Man muss keine Rohdaten aus mehreren Bildern mehr stapeln (denn wir erhalten ja die Panorama Rohdatei)

Nachteile:

  • Lightroom ist langsamer als andere Programme z.B. Microsoft ICE
  • Verzeiht keine mangelhaft ausgeführten Panorama-Aufnahmen

 

Preveli Beach Kreta - 17

Panorama aus der Schlucht bei Preveli Beach – 14 vertikale Einzelaufnahmen

 

Potentielle Fehlerquellen für ein Lightroom Panorama und wie ich Gegenwirke

Folgend erläutere ich meine Vorgehensweise, um schnelle und einfache, aber vor allem auch fehlerfreie Panoramen zu erhalten.

Preveli Beach Kreta - 10

Preveli Beach Panorama – 23 Einzelaufnahmen zum Panorama zusammengefügt, mit Lightroom

Zu wenig Überlappung

Damit die Software genügend Ankerstellen zum Verbinden der Bilder findet, müssen unsere Aufnahmen diese auch liefern. Bei folgendem Beispiel habe ich es auf den ersten Blick etwas übertrieben, denn normalerweise reichen ca. 30-50% Schnittfläche locker aus. Mit Stativ noch etwas weniger. Warum ich dennoch mehr Aufnahmen gemacht habe, verrate ich dir nach dem Screenshot.

 

Panorama mit Lightroom

 

Bewegung an Bildschnittpunkten

Da das Wasser links an mir vorbei strömt, oben die Wolken hinweg schweben und auch die Pflanzen und Bäume durch den Wind in Bewegung sind, habe ich viel mehr Aufnahmen gemacht, als ich z.B. von einer Stadtlandschaft machen würde. Gebäude bleiben ja bekanntlich wo sie sind. 😉

Trotz Bewegung im Bild war so sichergestellt, dass in der Masse der Bilder genügend Schnittpunkte, der sich bewegenden Inhalte, vorhanden sind. Better safe then sorry…

 

Starke Verschiebung des Nodalpunktes

Nodalpunkt Adapter

Auf diesem GIF-Bild wird eine 360° Rotation dargestellt. Wir sehen, dass nicht um die Kamera, sondern um die Eintrittspupille des Objektivs geschwenkt wird.

Mit ein wenig Übung können wir auch mit unserem Handgelenk und Armen einen ähnlichen Bewegungsablauf bewerkstelligen. Diese Ausführung macht es nicht nur der Lightroom Panorama Funktion einfacher.

Wenn wir einen Schwenk im Nodalpunkt ausführen, rotieren wir nicht direkt die Kamera vorm Gesicht, sondern versuchen die Eintrittspupille als Zentrum zu betrachten. Die Kamera wird praktisch um das vorderste Glaselement geschwenkt.

Den Nodalpunkt nachzuahmen ist schwierig und auch nicht zwingend erforderlich. Die Programme berücksichtigen solche Verschiebungen und können es bis zu einem gewissen grad anpassen, sofern genügend Bildmaterial zur Verfügung steht.

Trotzdem ist es notwendig dieses Detail zu kennen, um später Rückschlüsse auf eine Fehlerquelle ziehen zu können. Kennen wir mögliche Fehlerquellen, so können wir ausloten, was wir freihändig, also ohne Hilfsmittel schaffen können.

Nach vielen Fehlversuchen hatte ich dann genügend Erfahrung gesammelt. Mit den Tipps aus diesem Beitrag, hast du hoffentlich eine steilere Lernkurve als ich damals.

Palmen GIF-Bild von Jens Ayton

Ich versuche möglichst viel Rücksicht auf den Nodalpunkt zu nehmen. Ich schaue, ob es Bildinhalte gibt, die sich mit der Rotation gegenseitig verschieben (Parallax-Effekt) – siehe GIF-Bild oben.

Um diesen Parallax-Effekt möglichst gering zu halten, muss die Eintrittspupille auf einer imaginären X und Y Achse an gleicher Stelle bleiben. Sie darf aber auf dieser Stelle nach links, rechts, oben oder unten schauen. Wir bewegen möglichst den hinteren Teil der Kamera aber halten die Eintrittspupille so, als würde sie auf einer Stelle aufliegen. Du könntest praktisch mal ein Holzgeländer o. ä. als Ablage verwenden und so die Bewegung üben. Später nimmst du einfach die linke Hand als Stütze in der Höhe der Eintrittspupille und hältst diese Hand stramm. Die Hand dient nur der Stabilisierung des Objektivs vorne, also der Eintrittspupille.

Wenn du nebst einer guten Schwenktechnik auch noch ca. 40-50% Überlappung hast, wirst du ein sauberes Panorama nach dem anderen schießen.

 

Während der Aufnahme unbewusst veränderte Körperhaltung

Passierte mir anfangs sehr oft. Meistens bin ich leicht nach vorne bzw. hinten gekippt. Dadurch verschiebt sich der Nodalpunkt aber auch die Fokusebene.

Jeder von uns wird da vermutlich eine Lieblingsposition haben. Bei mir haben leicht versetzte Füße mit den Armen dicht am Körper für gute Stabilität gesorgt.

 

Die Wahl der richtigen Brennweite

Oft wähle ich für ein Lightroom Panorama ein mittleres Tele-Objektiv, zwischen 85 – 135mm. Zum Beispiel, wenn ich von der gegenüberliegenden Fluss Seite einer Stadt stehe und ein Stadtpanorama aufnehmen möchte. Durch die „längere“ Brennweite schneide ich die unerwünschten Bildanteile weg. Das könnte z. B. ein Fluss sein, der zwischen mir und der Stadt liegt.

In Kretas engen Schluchten hingegen, ist das AF-S 20/1.8 das perfekte Werkzeug. Aber auch mit einem 24/1.4 oder Nikons neuem 24/1.8 habt ihr auf z.B. Kreta viele kreative Möglichkeiten. Denn in der Schlucht steht man unmittelbar zwischen sehr hohen Felswänden. Ähnlich einer Großstadt wie z.B. New York, wo man zwischen vielen Hochhäusern umgeben ist. Es musste keine Entfernung überbrückt werden, im Gegenteil. Es musste Entfernung imitiert werden. Durch das Weitwinkel-Objektiv wirkt es so, als wären die Steilwände weiter weg gewesen, dabei waren sie dicht an mir dran. Ein paar Schritte zurück zu gehen war nicht möglich.

 

Die Wahl der richtigen Position

Lightroom-Panorama-Brenizer-Methode-Chris-Hafencity

Lightroom Panorama Bildauswahl

Lightroom Panorama Tutorial - Brenizer Methode

Lightroom Panorama aus 12 Einzelaufnahmen (Brenizer-Methode)

Bei der Wahl der Position sind zwei Dinge sehr wichtig für ein Lightroom Panorama.

Wir sollten möglichst Mittig zum Hauptmotiv stehen. Nach links und rechts sollten wir also von diesem Punkt aus gleich viel schwenken. Das sorgt dafür, dass unser Panorama zu keiner Seite hin verzehrter von der Software entwickelt wird.

Die zweite Sache wäre die Stand- bzw. Objektivhöhe. Diese sollte auch möglichst mittig zum Hauptmotiv ausgerichtet sein. Nehmen wir an es sind Personen abgebildet und wir fotografieren von zu weit unten. Dann sind deren Beine ganz lang und die Oberkörper zu kurz. Eine möglichst mittige Höhe zum Motiv bewahren, um aus den Menschen keine Giraffen zu machen. 😉

Nach einigen Panoramen hat man den Dreh um die Position raus. Also selbst wenn es nicht auf Anhieb klappt, einfach nochmal den Text hier lesen und beim nächsten Mal habt ihr den Aha-Effekt. 😉

 


Vielleicht willst du ja gar nicht fotografieren können wie ein Profi,
aber es zu können wäre schon nicht schlecht, oder?
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Hast du noch Fragen oder Anregungen?

Noch etwas unklar oder meinst du, ich könnte den Beitrag verbessern? Vielleicht möchtest du mir auch etwas anderes mitteilen? Ich freue mich auf deinen Kommentar und spannende Gespräche. Damit du meine Antwort nicht verpasst, unbedingt das Häkchen setzen, dass du über Antworten in diesem Beitrag informiert werden möchtest.

Bleib großartig,
dein Baris

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1 comment

Lichtrebell 1. Februar 2017 at 14:54

Hier unten stehe ich gerne Rede und Antwort zu all deinen Fragen oder Anregungen. Bis bald, der Baris.

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