Home Ambitionierte Fotografie Kritik annehmen ohne sich selbst zu verlieren.

Kritik annehmen ohne sich selbst zu verlieren.

written by Lichtrebell 6. November 2016

Kritik annehmen ohne sich selbst zu verlieren.

Der Beitrag soll denen helfen, die noch nicht so sicher mit ihrer Bildkunst sind oder sensibel auf Kritik reagieren.

Ich möchte, dass du dich angekommen fühlst, aber nicht in den Schuhen fremder Gedanken steckst.

Ich möchte, dass du deinem eigenen künstlerischen Dasein mehr Vertrauen schenkst, aber dich vor gut gemeinten Ratschlägen nicht verschränkst.

Deshalb möchte ich dir meine Erfahrungen mit dem Umgang von Kritik mitgeben.

 

 

Kritik suchen und auch annehmen

Kritik hilft uns, die eigene Betriebsblindheit zu überwinden und unsere Arbeit aus einem gewissen Abstand zu betrachten.

Es ist aber nicht einfach gute Kritik für seine Arbeiten zu erhalten.

Es ist nun mal so, dass es eine gewisse Überwindung braucht, um etwas zu einem Bild zu schreiben. Unser Bild muss also genug Anlass geben, diese Überwindung für jemand anderen zu bewerkstelligen.

Wenn mich ein Bild verzaubert dann schreibe ich fast immer etwas dazu. Wenn es okay ist, aber mich nicht vom Hocker haut, hinterlasse ich ein Like. Bei Anfängerfotos halte ich mich meistens raus, außer ich werde direkt gefragt.

Meine Kritik hole ich mir meist sogar von außerhalb. Also von Leuten, die auch einen gewissen Abstand zur Fotoszene haben. Es kommt mir so vor, dass Außenstehende es einfacher haben, mal über den Tellerrand zu schauen oder neutral zu bewerten.

Heute habe ich für meine Betriebsblindheit ein paar enge Kontakte, die mir auch ganz ehrliche und hilfreiche Kritik geben. Eine davon ist meine Freundin.

Sie hatte z.B. mal eine Halskette kritisiert, die nicht zum Kleid des Models passte. Ich hatte die Kette während des Shootings sogar selbst ausgesucht.

Uuups! Naja, danach kam das nicht nochmal vor. 😉

 

Geschmäcker sind keine explizite Kritik, jedoch können wir damit arbeiten

Lernen wir doch mal konstruktive Kritik aus all den Meinungen und Geschmäckern zu filtern.

Oft steckt in den subjektiven Geschmäckern nämlich auch eine konstruktive Kritik.

Wenn jemand unter mein Bild „super“ schreibt, dann freut mich das, aber ich weiß ja gar nicht weshalb die Person das gut findet.

Falls einer aber sowas wie „Ich finde das Bild zu dunkel“ schreibt, dann kann ich als denkender Mensch mal überprüfen, ob nicht tatsächlich mein Monitor zu hell eingestellt war, sodass ich mein Bild zu dunkel bearbeitet habe. Also, das hilfreiche einer Aussage sollten wir erkennen lernen. Auch wenn es nicht explizit so drin steht und vielleicht auch nicht so gemeint war. 😉

 

Foren und Fotogruppen

Als Neuling war ich auch auf Kritik angewiesen und habe mir in Foren und Fotogruppen mit einigen Anfängerfotos harsche Kritik eingefahren. Ich musste lernen damit umzugehen. Heute kann ich sagen, dass es meiner fotografischen Entwicklung sehr geholfen hat.

Ich habe aber festgestellt, dass die überwiegende Mehrheit in Foren oder Fotogruppen nicht auf das wesentliche eingeht, weil sie selbst noch irgendwo am Anfang stecken oder stecken geblieben sind, vielleicht aber auch nicht die Muße haben, näher darauf einzugehen. Viel zu oft wird über unwesentliches, wie „Sättigung oder Kontraste“ debattiert.

Im Endeffekt kann ich nicht wissen, wo ich mal einen guten Tipp bekomme. Foren und Fotogruppen auszuschließen halte ich für keine gute Idee. Denn auch dort gab es Menschen, die mir helfen konnten. Nur musste ich lernen viel Geduld mitzubringen und die Anmerkungen der Leute nach Konstruktiver Kritik zu filtern.

 

Wer kritisiert uns da eigentlich?

Wer da kritisiert und welchen Background dieser Kritiker hat, ist nicht immer klar.

Ich kann mich z. B. noch an eine „Kritik“ erinnern. Da ging es darum, dass die Person über abgesoffene Schwarzwerte herzog.

Wörtliches Zitat: „Schrecklich, die Schatten sind total abgesoffen“.

Wahrscheinlich hatte man das vor 50 Jahren so gelernt, dass nichts „absaufen“ darf, also echt kein Schwarz auf dem Foto erlaubt ist. Ich schaute mir seine Bilder an und danach war mir klar, dass die Person die Kamera einstellen kann, aber ein ganz anderes Bild von Kunst und Gefühl hat, als ich. Die Haltungen der Modelle waren so steif, wie sein Dogma über Schwarzwerte.

Im Netz schreiben selten Fachleute, Profis bzw. Künstler, sondern Leute die sich Hobbymäßig damit beschäftigen UND denen gerade langweilig ist.

Die Profis machen eher aufmerksam auf ihre Workshops bzw. stecken ihre Energie in so einen Blogbeitrag. 😉

Nicht selten müssen wir für eine anständige Kritik sogar etwas Geld in die Hand nehmen, damit sich jemand wirklich mit unserem Zeug beschäftigt und behilflich sein kann. Zeit ist nun mal wertvoll.

 

Bleiben wir uns treu?

Mach bitte nicht den Fehler und versuche es jedem recht zu machen. Das klappt nämlich nicht. Mach es dir selbst erstmal recht. Und verfeinere lieber das was dir gefällt. Mit bestem Wissen und Gewissen.

Bloß nicht anfangen nach den Geschmäckern anderer zu arbeiten, oder danach, was gerade im Trend liegt. Am Ende wirst du nicht glücklich und bekommst keine echten Unterstützer, für das, was du wirklich liebst.

 

Kritik schöpft aus Bewusstsein und persönlichen Vorlieben

Ja, ich werde jetzt kurz etwas philosophisch. Finde es aber wichtig, dass es uns bewusst ist bzw. wird. 😉

So unterschiedlich Menschen sind, so unterschiedlich auch ihr Horizont. Und wir müssen uns selbst manchmal hinterfragen, ob denn der eigene Horizont nicht auch mal Erfrischung braucht.

Eine offene Lebenseinstellung auch gegenüber der eigenen Arbeit bewirkt wunder.

Alles was wir wahrnehmen, tun wir aufgrund unseres Bewusstseins.

Als Babys haben wir mal in den Spiegel geschaut und uns über diese Gestalt darin gewundert; bis wir irgendwann kapiert haben, dass wir das selbst sind.

Oder wenn wir nicht wissen wie eine Fichte aussieht, dann sehen wir einen Baum, aber eben nicht eine Fichte.

Worauf ich hinaus möchte… Wenn ein Bild ein Gefühl ausdrücken soll und es auch tut, der Betrachter aber nicht die Empathie dafür aufbringen kann, ist das nicht immer die Schuld des Fotografen.

Vielleicht sind einige Betrachter einfach nicht die richtige Zielgruppe.

 

Schlusswort

Was ich für mich gelernt habe, ist, sich selbst und seine Arbeit nicht so ernst zu nehmen. Man sollte über sich und seine Fehler lachen können. Im Endeffekt sind wir nämlich alle gleich. Wir lernen aus Fehlern, wenn wir denn wollen. Manche mehr und manche weniger.

 

Verlosung

Diesen Beitrag nehme ich zum Anlass um eine kostenlose Kritik zu vergeben. Nicht das ich jetzt professioneller Kritiker wäre, aber ich denke das ich einiges an Fachwissen teilen kann.

Ich möchte deine Homepage bzw. Portfolio konstruktiv kritisieren.

Ich werde im Rahmen eines Videos Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen oder einfach nur von deiner Seite schwärmen. 😉

Teilnahmebedingungen:

  • Du hast kein Problem damit, in einem YouTube-Video, konstruktive Kritik zu erhalten. Ich mache ein Video, weil ich dieses Format gerne wiederholen möchte, falls es gut bei euch ankommt.
  • Hinterlasse einen kurzen Kommentar, so bekomme ich auch deine Kontaktdaten. Homepage eintragen nicht vergessen.
  • Teilnahmeschluss lasse ich erstmal offen.
  • Es kann mehrere Gewinner geben.

 

 

Rebellische Grüße,
euer Barış

Vielleicht interessiert dich auch...

2 comments

Axel 8. November 2016 at 16:06

Der Satz, der alles auf den Punkt bringt: „Wenn ein Bild ein Gefühl ausdrücken soll und es auch tut, der Betrachter aber nicht die Empathie dafür aufbringen kann, ist das nicht immer die Schuld des Fotografen“. Klasse

Reply
Lichtrebell 8. November 2016 at 18:52

Danke dir Axel.

Reply

Leave a Comment