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Fotografie Grundlagen #1 – Das magische Dreieck der Fotografie

written by Lichtrebell 15. Juni 2016

Fotografie Grundlagen #1 – Das magische Dreieck der Fotografie

 

Das magische Dreieck besteht aus ISO, Belichtungszeit sowie Blende und ist eines der Fotografie Grundlagen, die jede/r Fotograf/in blind beherrschen muss. Dieser Beitrag beinhaltet wenig fachgesimpel und soll dich schnell mit der Materie vertraut machen. Nach diesem Beitrag weißt du bestens über das magische Dreieck bescheid und kannst mit dem manuellen oder halbautomatischen Modus deiner Kamera experimentieren.


Vielleicht willst du ja gar nicht fotografieren können wie ein Profi,
aber es zu können wäre schon nicht schlecht, oder?
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Einleitung

Das Verstellen von ISO, Belichtungszeit und Blende wirkt sich immer auf die Lichtmenge aus, die am Ende auf dem Sensor unserer Kamera landet. Anders als die ISO-Einstellung, haben die Belichtungszeit und Blende auch einen kreativen Nutzen.

Um dir das Lernen zu vereinfachen, empfehle ich dir deine Kamera mal zu nehmen und die Dinge aus diesem Beitrag direkt auszuprobieren. So habe ich zumindest viel schneller gelernt und hatte oftmals den Aha-Effekt.

 

ISO

Mit der ISO-Einstellung unserer Kamera, bestimmen wir die Lichtempfindlichkeit des Sensors.

Wenn wir die ISO einer Kamera erhöhen, reagiert der Sensor empfindlicher auf Licht. Das Bild wird heller.

Alle Kameras haben einen Sensor mit einem nativen ISO-Wert. Meist liegt dieser Wert bei ISO100, wo die Kamera dann auch die beste Bildqualität hat. Umso weiter wir uns von der nativen ISO entfernen, desto schlechtere Bildqualität ernten wir. Das zeigt sich dann in Form von Sensor-Rauschen und mit weniger Spielraum in der Nachbearbeitung.

Deshalb tun wir gut daran, die ISO so niedrig wie möglich zu halten.

Vielleicht hast du ja mal gemerkt, dass bei Dunkelheit deine Bilder manchmal verschwommen aussehen. Das liegt daran, dass zu wenig Licht vorhanden ist und die Kamera länger belichten muss.

Durch die längere Belichtungszeit kommen dann die leichtesten Bewegungen unseres eigenen Körpers auf das Bild. In der Vollautomatik klappt dann meist der kleine Blitz auf, um dem entgegenzuwirken.

Um das verwackeln durch unsere Hände auszuschließen, können wir die Kamera auch wie im folgenden Bild auf ein Stativ stellen. Dennoch schließt das nicht die Bewegung innerhalb des Bildes aus, wie z.B. die des vorbei fahrenden Fahrzeugs.

redphone

 

Für die Bewegung im Bild ist hauptsächlich die Belichtungszeit verantwortlich. Und dazu kommen wir jetzt.

Belichtungszeit

Eine gute Faustformel um die Verwacklung durch unseren Wackeldackel-Körper auszuschließen, ist folgende:


1 / (Brennweite x 2)


50mm Brennweite –> Belichtungszeit = 1/100
80mm Brennweite –> Belichtungszeit = 1/160
160mm Brennweite –> Belichtungszeit = 1/320

usw.

Durch unsere Belichtungszeit können wir bestimmen, wie lange unsere Kamera „sieht“ bzw. wie lange der Sensor das Bild aufnimmt.

Eine kurze Belichtungszeit friert eine Bewegung ein. Eine lange Belichtungszeit zeichnet die Bewegung innerhalb unserer Aufnahme auf.

Folgend zwei Beispiele:

Kurze Belichtungszeit, zum Einfrieren der Bewegung

skateinsunset

Wenn wir nicht gerade sehr schnelle Bewegungen einfrieren wollen, reicht eine Belichtungszeit von 1/200. Für schnellere Objekte nehmen wir eine Verschlusszeit von mindestens 1/400, wenn möglich noch schneller.

 

Längere Belichtungszeit um die Bewegung mitaufzunehmen

Mitzieher

Die gängigsten Kameras können bis zu 0.25 Millisekunden schnell belichten. Also eine Sekunde geteilt durch viertausend. Als Zahl zeigt die Kamera das als 1/4000 an – gesprochen wird es: Ein-viertausentstell.

Die Belichtungszeit ist besonders an hellen und sonnigen Tagen gefragt. Sie ermöglicht uns ein großes Spektrum an hell und dunkel, ohne weiter Einfluss auf das Bild zu nehmen. Natürlich nur solange wir uns an die eben gelernten Regeln halten. Also die eigenen Verwackler und Bewegungsunschärfe ausschließen.

Mit der Blende wollen wir hauptsächlich die Schärfentiefe kontrollieren. Denn oft wollen wir ja wenig Schärfentiefe wie im folgenden Bild. Und zu den Eigenschaften der Blende kommen wir als nächstes.

ISO: 100 – Belichtungszeit: 1/4000 – Blende: 2.0Helgoland-junge-Robbe

 

Blende

Die Blende steuert neben dem Lichteinfall auch die Schärfentiefe. Die Schärfentiefe ist ein Schlüsselelement das nur durch die Blende und dem Abstand der Kamera zum Fokuspunkt gesteuert werden kann.

Die Blende funktioniert wie unsere Pupillen. Wenn es sehr hell ist wird die Pupille(Blende) ganz klein und wenn es dunkel wird ist sie ganz groß. Die Pupille steuert praktisch wie die Objektivblende, den Lichteinfall auf die Netzhaut(Sensor).

Und wenn wir die Augenlider schließen, kommt kein Licht mehr rein. Dann sehen wir schwarz, so wie mit Deckel auf dem Objektiv. 😉

Anfangs ist es manchmal etwas irreführend mit der Blende, also bloß nicht verzagen. Denn umso größer die Blendenzahl, desto kleiner ist die Lichtöffnung.

Kleine Zahl z.B. Blende 1.4 = Weniger Schärfentiefe aber mehr Licht.

Große Zahl z.B. Blende 5.6 = Mehr Schärfentiefe aber weniger Licht.

Wenig Schärfentiefe bedeutet, dass nur ein kleiner Teil des Bildes in der Schärfeebene liegt (Foto mit Blende 1.4, auf nahe Distanz – weniger als 1m – fokussiert)

12. Juni 2015-Kreta-150

 

Viel Schärfentiefe bedeutet, dass ein großer Teil des Bildes in der Schärfe liegt (Foto mit Blende 8, auf weite Distanz – mehr als 1m – fokussiert)08. Juni 2015-Kreta-127

 

Das magische Dreieck in Einklang bringen

Blende, Belichtungszeit und ISO steuern alle die Lichtmenge die auf den Sensor trifft und müssen daher aufeinander abgestimmt sein, damit das Bild nicht über- oder unterbelichtet wird.

Als nächstes schauen wir mal, in welcher Reihenfolge wir die Einstellungen vornehmen.

Meine Vorgehensweise für eine normale Kurzzeitbelichtung:

  1. Blende: Wie groß soll die Schärfeebene sein? Wollen wir etwas freistellen, dann nehme ich eine große/offene Blende. Eigenen Abstand zum Motiv kontrollieren, umso näher ich ran gehe, desto unschärfer wird der Hintergrund.
  2. Belichtungszeit: Belichtungszeit der Brennweite anpassen. Am besten so schnell wie möglich einstellen, aber ohne das die ISO erhöht werden muss
  3. ISO: Die möglichst niedrigste ISO für eine korrekte Belichtung auswählen, da eine höhere ISO immer Bildqualität kostet. In wenigen Ausnahmefällen, z.B. für die Astrofotografie wird auch die ISO erhöht, da bei zu langer Belichtungszeit die Sterne durch die Erdrotation verschwimmen. Das sei aber nur am Rande erwähnt.

Meine Vorgehensweise für eine Langzeitbelichtung mit Stativ:

  1. Blende: Ggf. brauchen wir einen Graufilter, damit wir länger belichten können. Wie groß soll die Schärfeebene sein? Wollen wir etwas freistellen, dann nehme ich eine große/offene Blende. Eigenen Abstand zum Motiv kontrollieren, umso näher ich ran gehe, desto unschärfer wird der Hintergrund.
  2. Belichtungszeit: Je nach Bedarf, ab 2 Sekunden aufwärts Belichtungszeit vortasten, bis der gewünschte Effekt erreicht ist.
  3. ISO: ISO bleibt fast immer auf 100, da wir ja jetzt lange genug belichten können.

 

Halbautomatiken (feat. Blendenvorauswahl)

Um kreativen Einfluss auf unsere Bilder zu nehmen, müssen wir auch nicht unbedingt in den manuellen Modus der Kamera schalten. Es geht z. B. auch mit der Halbautomatik – Blendenvorauswahl. Bei z.B. Nikon und Sony wäre das der Modus A, bei Canon und Pentax Av.

Im A Modus legen wir die Blende, also die Schärfentiefe fest. Eigentlich sehr einfach, da es viel mehr eine Kreativentscheidung ist und keine technische. Die Kamera übernimmt dann automatisch die Belichtungszeit und ISO.

Alle anderen Halbautomatiken kannst du getrost abhaken. Da sollten wir lieber den manuellen Modus beherrschen um auf ordentliche Ergebnisse zu kommen.

 

Aber es gibt noch eine weitere Automatik, die sehr wichtig ist

Es ist die automatische Lichtmessung der Kamera. Im nächsten Beitrag, Fotografie Grundlagen #2, lernen wir über die automatische Lichtmessungsmethoden der Kamera. Sei beim nächsten Beitrag unbedingt dabei, denn es ist sehr wichtig, dass du die Automatik der Lichtmessung kennst. Dann verstehst du nämlich, wo deine Kamera das Licht misst und weshalb es manchmal nicht so ist, wie du es gerne hättest.

Falls noch etwas unklar sein sollte, du noch Fragen oder Anregungen hast, dann schreib es mir in die Kommentare. Bis zum nächsten Beitrag.

Stay tuned. 🙂

Rebellische Grüße,
Der Lichtrebell – Barış

 


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